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WELS. Den Experten war klar, dass die Baustelle an der Rai­nerstraße ein großes Hoff­nungsgebiet für Archäologen ist. Nach zahlreichen Funden aus der Weltkriegszeit kam dann viel Ovilava zum Vor­schein, die die Wichtigkeit des alten Wels unterstreichen.

Und wieder kam viel Ovilava zum Vorschein.
Und wieder kam viel Ovilava zum Vorschein.

Gerade einmal zwei Wochen gra­ben die Mitarbeiter des Stadtmu­seums Wels und Mitglieder des Vereins Römerweg Ovilava auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Sportplatz der Rainer­schule. Noch in der ersten Woche hoben die Bagger der Straßen­meisterei eine große Grube mit Relikten aus dem Zweiten Weltkrieg aus. Helme, Teile von Waffen, Fahrzeugen und Muni­tion kamen dabei zu Tage. Der Entminungsdienst wurde ver­ständigt und barg die gefährli­chen Teile. Es gab zwar die In­formation, dass gegen Ende des Weltkrieges eine Planierschicht aufgetragen wurde, damit Fahr­zeuge abgestellt werden konn­ten. Doch von einer Grube mit Kriegsrelikten wusste niemand etwas. Gleichzeitig zeigten sich unter der Planierschicht von rund 30-40 Zentimeter schon die ers­ten römischen Kulturhorizonte. Derzeit legen die Ausgräberin­nen gerade einen mehrere Meter großen Raum frei, der eine Fuß­bodenheizung aufweist.

Im Nordteil wurden gleich drei außergewöhnliche Fundstücke geborgen. Eine Bronzestatuette von Jupiter, dem obersten Gott der Römer. Die besondere Quali­tät des Bronzegusses weist darauf hin, dass er vermutlich aus dem italienischen Mutterland impor­tiert wurde. Eine weitere kleine Bronzestatuette stellt einen Eber dar. Die Figur ist ein Ausdruck der ehemals keltischen Religion, die aber von der einheimischen Bevölkerung auch in der Römer­zeit noch ausgeübt wurde.

Dazu kommt noch das Fragment eines Militärdiploms. Diese Ent­lassungsurkunde erhielt der rö­mische Soldat nachdem er sei­nen Dienst von mindestens 20 Jahren ehrenhaft versehen hatte. Mit diesem Dokument waren wichtige Rechte des Besitzers verbunden, etwa eine legale Ehe und ein Stück Land oder einen Geldbetrag für sein weiteres Auskommen. Jupiterstatuette und Eberfigur sind absolut neu im Sammlungsbestand des Mu­seums und mit diesem Militär­diplom gibt es die das insgesamt Vierte in Wels. Ein Beleg auch, dass sich in Ovilava Veteranen angesiedelt hatten.

Auch auf die Baustelle in der Ei­senhowerstraße 37 wurden die Archäologen gerufen. Dort leg­ten sie binnen zwei Tagen einen Keramikofen frei und fanden weitere unterschiedliche Figuren und Gefäße. Mit dem Töpferofen unter einem Gebäude weiß man nun sicher, dass im zweiten Jahr­hundert nach Christus sich ent­lang der römischen Straße, heute Eisenhowerstraße, ein Hand­werkerviertel befunden hat und im dritten Jahrhundert weichen musste, um Platz für Wohnbau­ten zu schaffen.<

Es stellt sich immer mehr he­raus, dass das antike Wels ab dem zweiten Jahrhundert eine führende Rolle in der Provinz Norikum erlangte. Wohlha­bende Bürger lebten nach klassisch römischen Gepflo­genheiten und leisteten sich Luxusgüter.


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