Nächste Runde in der Causa Welldorado
WELS. Das Gerichtsgutachten ist da. Auf 212 Seiten werden viele Fakten und Zahlen genannt. Von fehlenden 388.668,95 Euro ist die Rede. Doch es stehen immer noch Einvernahmen bei der Staatsanwaltschaft an und der Termin für eine Gerichtsverhandlung ist nicht fixiert.

Die Einvernahmen sind nicht abgeschlossen. Es geht nicht nur um die Kassierin, sondern auch die beiden Vorgesetzten. Das ist die staatsanwaltliche Ebene. Auf der politischen Ebene ist die Causa wieder da. „Wir wissen nicht, was sich beispielsweise bei den internen Abläufen im Magistrat geändert hat. Was hat der neue Dienststellenleiter gemacht? Wie sieht die Prüfung der anderen Kassen aus, die angekündigt wurde. Es gibt keine Informationen. Was hat sich jetzt bei den Abläufen im Magistrat geändert. Wie geht es weiter. Aber es gibt keine Antworten auf unsere Fragen“, sagt VP-Vizebürgermeister Peter Lehner. Die externe Prüfung der Kassen liegt auf Eis seit im Stadtsenat mit Stimmen der FP und VP gegen eine Vergabe an eine bestimmte Firma gestimmt wurde. „Das wäre eine Firma gewesen, die schon Geschäftsbeziehungen mit dem Magistrat hat. Das war für uns nicht zu tolerieren“, so Lehner.
FP-Vizebürgermeister Andreas Rabl sieht viel Aufklärungspotenzial. „Das Gutachten ergibt einen erschütternden Einblick in die Abläufe beim Magistrat. Diensttausche ohne Wissen der Vorgesetzten, Bargeldentnahmen, keine Kontrollen und Verschleppungen bei Verfahren werfen ein schiefes Licht auf die internen Vorgänge. Die FPÖ fordert die Einberufung eines Kontrollausschusses. Dabei ist insbesondere aufklärungsbedürftig, wann konkret der Dienststellen- bzw. Abteilungsleiter von den Veruntreuungen erfahren hat. Auch die Fragen der Stornierungen und weitere Vorfälle, wie handgeschriebene Zettel über Bargeldauszahlungen, die dann Jahre später gestohlen werden, lassen sich nicht klären. „Es bleiben viele Fragen einfach offen“, so Rabl.
SPÖ-Spitzenkandidat Hermann Wimmer: „Dieses Gutachten hat nur das bestätigt, was wir seit Monaten wissen. Es hat keinen Nachrichtenwert. Ich kann einem Gerichtsverfahren nicht vorgreifen.“ Auf die Frage, was sich im Magistrat geändert hat, meint Wimmer: „Die Magistratsdirektorin hat viele strenge Dienstanweisungen verfasst, die einzuhalten sind und auf die sie auch pocht. Ich warte auf die Gerichtsverhandlung beziehungsweise die genaue Anklageschrift.“


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