Bücherbus: Am 17. September fällt die endgültige Entscheidung
WELS. Der Bücherbus ist stillgelegt. Die Reparaturkosten des 30 Jahre alten Fahrzeuges belaufen sich auf rund 30.000 Euro. Wie geht es nun weiter mit dieser Institution.

Mehr als 40.000 Entlehnungen im ersten Halbjahr sprechen für sich. Trotzdem liegt nun alles auf Eis. Die Volkspartei hat in der Gemeinderatssitzung Anfang Juli einen Versuchsballon gestartet, in dem es um die Fortführung des Bücherbuses ging. Dieser Antrag wurde in den Ausschuss verwiesen. Im August wurde der Bus nun endgültig stillgelegt. „Die Reparaturkosten von 30.000 Euro waren zu hoch. Der Bus ist 30 Jahre alt. Wie lange kann der danach noch fahren. Die Aussage, dass ich für die Abschaffung des Bücherbusses bin, stimmt nicht. Ich habe den zuständigen Referenten aufgefordert endlich ein Konzept vorzulegen. Das verlangen wir seit eineinhalb Jahren“, sagt Bürgermeister Peter Koits (SP) und spielt auf eine Aussendung der Volkspartei an, die ihm quasi eine Ablehnung des Bücherbuses unterstellte. „Wir als Sozialdemokraten sind nicht gegen den Bücherbus. Das Fahrzeug ist in die Jahre gekommen. Das ist das Eine. Wir wollen endlich ein Konzept vom Referenten Walter Zaunmüller sehen, wie das in Zukunft weitergehen soll. Wir warten darauf immer noch“, sagt Fraktionsobmann Johann Reindl-Schwaighofer. „Wir können uns beispielsweise einen Container vorstellen, der entsprechend adaptiert von einem LKW immer heruntergehoben wird. Es muss ja nicht ein Bus sein.“
Die Replik
Am 17. September wird es noch einmal eine Ausschusssitzung geben. Der kritisierte Referent Walter Zaunmüller (VP): „Der Bücherbus rechnet sich nicht, aber er zahlt sich aus. Dazu stehe ich. Die Entlehnungszahlen sprechen für sich. Viele Senioren, Kinder und Familien mit Migra-tionshintergrund nutzen diese Einrichtung. Ich bin für die Fortführung. Deswegen habe ich auch am 17. September noch einmal zu einem Ausschuss geladen. Entweder gibt es hier einen Grundsatzbeschluss oder auch nicht. Ich habe mehrmals Konzepte vorgelegt. Wir haben Experten geholt, die verschiedene Sachen vorgestellt haben. Die sind alle abgeschmettert worden. Jedes Mal, wenn es um einen Grundsatzbeschluss ging, dann hat die SPÖ und die FPÖ dagegengestimmt. Ich werde noch einmal Konzepte vorlegen und dann sind wir gespannt.“ Es gibt verschiedene Varianten. „Die reichen vom Bücherbus in der derzeitigen Form bin hin zu LKWs mit umgebauten Containern, die aber auf den Anhängern bleiben. Fakt ist, dass sich das System zu den Menschen zu fahren einfach bewährt hat. Die Betreuung der Kindergärten und Horte erfreut sich größter Beliebtheit. Es fördert die Lesekompetenz der Kinder“, ist Zaunmüller überzeugt.


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