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Ideen für den Kaiser Josef Platz: Bürgerrat nun auch in der Steuerungsgruppe

Gerald Nowak, 29.11.2017 09:43

WELS. Der 14-köpfige Bürgerrat präsentiert in den Minoriten Ideen für den Kaiser Josef Platz: „Der KJ ist ein nachhaltiger, entschleunigter Vorstadtplatz zum Wohnen, Leben und Arbeiten und ein innovativer, unkonventioneller Experimentierraum für moderne Stadtentwicklung“, umschrieb der Rat ihre Meinung.

Wie geht es weiter mit dem Welser Kaiser Josef Platz???
Wie geht es weiter mit dem Welser Kaiser Josef Platz???

Interessierte Bürger hörten sich die Vorschläge an. Gleichzeitig gab es Ergänzungen. Einziger Wermutstropfen: Die Akustik in den Minoriten ist für solch eine Veranstaltung eine Katastrophe.

Die Ideen

In aller Schnelligkeit die Vorschläge des Bürgerrates, die sich in verschiedenen Themenbereichen wie Arbeiten, Wohnen aber auch Sicherheit dem KJ genähert haben: Der ganze Platz wird zur Begegnungszone und gleichzeitig verkehrsberuhigt. Für den Radverkehr soll mehr Platz sein und hier quasi ein Zentrum entstehen. Auch die Rainerstraße wird zur Begegnungszone. Fahrverbote in der Nacht und Parkverbote an der Oberfläche sollen zur Beruhigung beitragen. Die Tiefgarage gehört saniert: Stichwort Helligkeit, Sauberkeit (Das gilt übrigens für den gesamten Platz) plus bürgerfreundlichere Tarife. Auch die Busdrehscheibe soll bleiben – das war aber eine Vorgabe. Die Gruppe stellt aber die Frage: Müssen alle Busse dorthin fahren. Ist das Liniensystem so noch zeitgemäß. Dass die Busdrehscheibe in dieser Form den Platz weiter so dominiert ist vielen ein Dorn ein Auge.

Bei den Bauprojekten, Möblierung und so weiter darf nicht die Gewinnmaximierung, sondern der Mensch im Mittelpunkt stehen. Es braucht auch Betreuungsangebote für soziale Randgruppen, die den Platz benutzen. Es muss in diesem Bereich prozeßorientiert mit den Obdachlosen, Spielsüchtigen, Alkoholikern, Drogensüchtigen, Migranten und so weiter gearbeitet werden: „Die Gesellschaft in Wels spiegelt sich am Platz wieder“, meinte ein Anwohner. Dazu kommen der Wunsch nach mehr Geschäften, Cafes und so weiter. Hier wird auf Regionalität gesetzt. Das Amtsgebäude Neu im Greif stößt auf viel Zuspruch.

Weitere Vorschläge aus der Bevölkerung

Die Busdrehscheibe kam bei vielen Wortmeldungen vor. Der Standort soll überprüft werden und auch sehr oft die Notwendigkeit, ob alle Busse hinfahren  und mehrere Minuten warten müssen und dann auch bei der Weiterfahrt die Kreuzzungen blockieren. Generell soll die Verkehrslösung überprüft werden. Das kann aber nur großflächig passieren. Dazu wird auch die soziale Komponente mit Betreuung vorort und nicht rein durch Verbote gut geheißen. Doch es braucht mehr Polizeipräsenz und auch bessere Beleuchtung. Der KJ braucht ein langfristiges Konzept und nicht Einzellösungen. Das bedeutet aber auch mit dem historischen, kulturellen Erbe, das durchaus vorhanden ist, offensiver umzugehen und nicht alles zuzuschütten.

Politische Versprechen

Bürgermeister Andreas Rabl (FP), der nach der Präsentation der Gruppe terminbedingt die Minoriten verließ: „Der Kaiser Josef Platz ist der Zukunftsplatz für die Stadt. Wir müssen uns überlegen welche Funktion der Platz hat. Es herrscht ein großes Interesse hier einiges zu machen und das wird in den nächsten Jahren ein spannende Aufgaben“. SP-Stadtrat Klaus Hoflehner sieht den Vorschlag den Bürgerrat in die politische Steuerungsgruppe zu integrieren sehr positiv: „In den nächsten Wochen und Monaten werden wir die Vorschläge auf fachlicher und Expertenebene überprüfen. Es sind viele interessante Vorschläge dabei“. VP-Gemeinderat Markus Wiesinger: „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Bürger so aktiv einbringen. Dieser Einsatz zeigt, wie wichtig den Welser der KJ ist. Die Ergebnisse zeigen klar was die Bürger von der Politik erwarten“

Grün Gemeinderat Peter Sönser: „Kompetente Bürger haben hohe Kompetenz gezeigt. Die Überlegungen reichen von ganz konkreten Schritten, die gleich umsetzbar sind, bis hin zu langfristigen Lösungen. Es ist dies eine gute Grundlage für die Diskussion. Was mir besonders gefällt: Der Mensch wird in den Mittelpunkt gestellt“.

Die Conclusio des Beobachters

Es war eine interessante und lebhafte Diskussion. Die Vorschläge sind seit langem bekannt. Mehr Geschäfte, Regionalität, bessere Beleuchtung, Sicherheit liegt im Interesse aller. Die Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Busdrehscheibe ist so alt wie die Drehscheibe selbst. Städtebaulich ist dies ein interessanter Raum, der aber nicht zum Spielball von Gewinnmaximierung werden soll. Es braucht eine klare Linie. Dazu kommt auch, dass der Platz der Schnittpunkt aller Welser Volksgruppen ist. Das lässt sich nicht verhehlen und ist auch eine Chance. Aber mehr Licht und ein paar Kameras lösen nichts. Es geht um Sozial-Arbeit mit den Betroffenen aus den unterschiedlichsten Schichten und Milieus. Das interessanteste Detail der mehr als zweistündigen Veranstaltung. Der Umbau des Stadttheaters ist mit keinem Wort in der Diskussion oder der Präsentation vorgekommen. Nicht einmal ansatzweise. Entweder hat Wels doch keinen Sinn für Kultur oder ein mögliches Amtsgebäude mit einer permanent geforderten Polizeiinspektion ist doch wichtiger.


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