Bürgerinitiative sperrte Marchtrenker Straße: Nachtfahrverbot wird eingeleitet
WEISSKIRCHEN/ALLHAMING. Auf den Plakaten steht LKW Fahrverbot, Nachtruhe, LKW auf die Autobahn. Mehr als 100 Bürger standen in Weißkirchen beim großen Kreisverkehr Richtung Allhaming und sperrten für zwei Stunden die L534. Tips war mit dabei.

„Wir haben ein Zeichen gesetzt“, war der einhellige Tenor der Teilnehmer. Es reicht vielen Anrainern der Marchtrenker Straße Richtung Weißkirchen. „Ich bin seit 2008 Bürgermeister. Seit 2014 gibt es das Postverteilzentrum in Allhaming. Seit diesem Zeitpunkt gibt es Beschwerden über Lärm“, sagt Bürgermeister Norbert Höpoltseder (SP): „Wir sind nicht gegen LKW Verkehr, aber es gibt Autobahnen. Im Sommer war die Straße wegen Kanal- und Asphaltierungsarbeiten mehrere Tage gesperrt. Da hat es auch funktioniert, dass auf den Autobahnen gefahren wird“, so das Stadtoberhaupt. Die Teilnehmer nicken zustimmend. Es reicht ihnen ganz einfach. „Zwischen 22 und 3 Uhr ist es relativ ruhig, dann geht es los mit dem Schwerverkehr. Es ist als ob die Fahrzeuge durch das Schlafzimmer fahren. Es wackelt, es ist laut. Es ist unerträglich. Außerdem ist die Engstelle im Ort gefährlich für Kinder auf dem Weg zur Schule“, erzählen die Anrainer. Deswegen stehen sie auch hier und demonstrieren für ein Nachtfahrverbot.
Die Landesstraße durch Weißkirchen ist die ideale Abkürzung. Frächter können sich dadurch Maut und Autobahnkilometer ersparen. Die Bürgerinitiative kämpft seit 2015 gegen die Zunahme des Schwerverkehrs. Bei der Initiative sind viele Weißkirchner mit dabei aus den unterschiedlichsten Ortsteilen und auch Parteien.
„Auf Rücken der Kunden“
„Auf Kosten unserer Mitarbeiter und vor allem der Kunden gehe diese Aktion, sagt Post-Pressesprecher David Weiselbaum. Ab zwei Uhr früh sind die Ausliefer-LKW der Post unterwegs. Grundsätzlich werden die Mitarbeiter angehalten, über die Autobahn zu fahren. „Nur 20 Prozent unserer LKW, von Norden kommend, fahren tatsächlich durch Weißkirchen durch“, so Weichselbaum.Dass der Verkehr durch Weißkirchen enorm ist, sei zwar auch, aber nur am Rande, dem Postverteilerzentrum zuzuschreiben. Hier gebe es verkehrspolitische Probleme, die die Post nicht lösen könne.
Allhaming vs. Weißkirchen
„Die geplanten Demonstrationsmaßnahmen werden von uns strikt abgelehnt“, stellt Allhamings Bürgermeister Joachim Kreuzinger (ÖVP) klar. „Durch die Blockade werden viele Arbeitnehmer gehindert, zeitgerecht ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Mit der Demonstration wird nur erreicht, dass die Mobilität der Menschen beschränkt wird“, so Kreuzinger.
Dem wiederspricht Höpoltseder vehement. „Wir haben die Sperre rechtzeitig angekündigt. Es gibt Hinweistaferl, sogar eine auf der Autobahn. Die Postbusse können fahren und sind informiert. Es gibt permanent Durchsagen im Verkehrsfunk. Wir haben alles abgesichert und unsere Hausaufgaben erledigt“. Es gibt nur sehr wenige LKW´s, die sich in die Sperre verirren. Autofahrer winken und halten den Daumen nach oben. Negative Reaktionen sind die Ausnahme, passieren aber auch. Wie es weitergeht hält sich die Initiative offen: „Aber wir haben ein Zeichen gesetzt!“.
„Nachtfahrverbot wird eingeleitet“
Die Reaktion auf die Sperre kam schnell. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Von 2013 bis Oktober 2017 hat der Schwerverkehr um 30 Prozent zugenommen, erklärt Landesrat Günter Steinerkellner (FP). Nun wird ein Nachtfahrverbot eingeleitet.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden