Auslandskorrespondentin Lisa Hackl: „Die ersten Grüße aus Rumänien“

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Gerald Nowak Gerald Nowak, Tips Redaktion, 23.03.2018 09:21 Uhr

WELS. Lisa Hackl verbringt ein Auslandssemester in Cluj (Rumänien). In regelmäßigen Abständen schickt die Studentin der Kommunikationswissenschaften Berichte an die Tips Redaktion.

Fast ein Monat meines Erasmus Aufenthaltes ist mittlerweile vorbei. Nach zwei Tagen im Hostel zu Beginn bin ich in das Studentenheim der Babes-Bolyai Universität in Cluj gezogen. Der morgendliche Kaffee wird mit den Zimmernachbarn aus Marokko geteilt, die einen im Ausgleich zum Tajineessen einladen. Ein junger Südkoreaner hilft bei der Zwetschkenknödelherstellung für das International Dinner. Auf den Gängen Stimmengewirr in unterschiedlichsten Sprachen. 20 Nationen, aufgeteilt in vier Etagen und 160 Menschen aus allen Nationen treffen hier aufeinander. Und trotz kultureller Unterschiede funktioniert das Zusammenleben größtenteils reibungslos, weil alle sich bemühen aufeinander Rücksicht zu nehmen.

Vielfältiges Rumänien

Genauso vielfältig wie das Leben im Studentenheim ist Rumänien selbst. Prunkvolle Villen stehen neben Wellblechhütten mit Ziehbrunnen. Nagelneue Sportautos überholen auf der Landstraße Pferdefuhrwerke. Auch in der Stadt spiegeln sich die Gegensätze: Große barocke Häuser wie in Wien ringen um Platz gegen die im Staatssozialismus gebauten Plattenbauten. Zwischen Modernisierung und Tradition spaltet sich in Rumänien vieles auf. Ein Land, das gleichzeitig sehr kleine und riesengroße Schritte macht. Immer wieder tauchen Kirchen verschiedenster Religionen in der Stadt auf. Griechisch-orthodoxe Kirchen mit prunkvollen Wandbildern an den Außenseiten, schlichte jüdische Synagogen oder katholische Kirchen. Viele werden gerade neu gebaut oder renoviert, was wohl auf den starken Glauben der Rumänen zurückzuführen ist. 97 Prozent  der Bevölkerung bezeichnet sich als gläubig.

Die Einstellung ist deshalb eher konservativ, Frauenrechte und Gleichbehandlung eher schwierige Themen. Und doch bewegt sich sehr viel, viele junge, sehr motivierte Menschen, die sich aktiv für eine bessere Zukunft und gerechtere Politik einsetzen. Die Proteste gegen Korruption in der Regierung halten seit über einem Jahr in Bukarest an. Das Gesetz gegen eine Verfassungsänderung, gegen das demonstriert wird, wird wahrscheinlich trotzdem bestätigt werden. Nur in einer Sache scheint man Österreich schon lange hinter sich gelassen haben: In Rumänien herrscht seit 2016 striktes Rauchverbot in allen Lokalen.

 

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