Special Olympics: „Schwimmtraining is a voller Spaß“
WELS. In sechs Wochen gehen in Vöcklabruck die größten nationalen Sommerspiele in der Geschichte von Special Olympics Österreich mit Tips als Medienpartner über die Bühne. Rund 1600 Athleten mit mentalen Beeinträchtigungen kämpfen dabei in 18 Sportarten um Medaillen.

Einer davon ist Philipp Aigner aus Wels. Philipp ist 25 Jahre alt und hat Downsyndrom. Doch das hindert ihn weder daran, ausgezeichnet Steirische Harmonika zu spielen, noch daran, ein hervorragender Kutschenfahrer und sogar Vereinsmeister zu sein. Bei Turnieren ist der Besitzer von Pony Karli und Hund Karlos als Chef-Einlasser im Einsatz und nach gerade bestandener Prüfung darf er auch Gelände-Parcours alleine aufbauen.
„Tante hat es angeschafft“
Sein nächstes Projekt sind die Special Olympics, die am 7. Juni beginnen. Warum er mitmacht? – „Meine Tante hat es mir angeschafft. Sie hat mich eingeteilt zum Schwimmen“, erklärt Philipp. Und die Tante scheint zu wissen, was alles in ihm steckt, denn: „Er lernt richtig schnell, er kann Anweisungen so gut umsetzen. Das ist echt eine Stärke“, ist Swimacademy-Leiterin Gudrun Lindner begeistert.
Auf die Brust klopfen gibt Kraft
Trainiert wird Philipp ein Mal in der Woche von Großcousine Kirsten Kopf. „Wenn ich komme, wartet er immer schon ganz ungeduldig“, freut sich Kopf über ihren motivierten Schüler. „Das ist wirklich mein schönstes Schwimmerlebnis, weil man so viel zurückbekommt. Es ist eine Riesenfreude, mit Philipp zu trainieren, und ich bin total stolz auf ihn“, ist sie begeistert. Gemeinsam trainieren sie für Philipps Start in 50 und 25 Meter Brust und sogar der Startsprung klappt schon ganz gut. Vor allem auch, weil Philipp ein Ritual hat und sich vorher auf die Brust klopft, um sich Kraft zu holen.
Jeden Tag ausmisten
Anstrengend scheint ihm das Training nicht zu sein, immerhin geht er jeden Tag walken, fährt Roller, geht manchmal laufen und macht Hanteltraining – und ausgemistet muss schließlich auch jeden Tag werden. Abgesehen davon „ist Kirsten eine g“miatliche Trainerin“, strahlt Philipp.
„Ich wäre gerne Kellner“
Welches Ziel er sich gesetzt hat? – „Der olympische Gedanke: Dabei sein ist alles“, gibt sich der 25-Jährige bescheiden. Seine wirklichen Wünsche liegen nämlich ganz woanders: Er würde so gerne als Tischler oder Kellner arbeiten. Aber mit vereinten Kräften wird das vielleicht auch noch etwas, denn kräftige Unterstützung bekommt Philipp, wie man sieht, von seiner ganzen Familie und deshalb fragt der liebenswürdige junge Mann auch beim Interview ganz umsichtig: „Darf ich unterbrechen? Ich möchte mich bedanken! Bei Gudrun und Kirsten. Und bei der Mama und der Tante. Und bei Oma und Opa“ – die alle so engagiert sind und ihn super anfeuern!


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