„Der Alkohol machte aus mir das, was ich aber nie sein wollte“
WELS/STADL-PAURA. Die Weihnachtszeit ist für viele Familien nicht gerade leicht, wenn ein Mitglied ein Alkohol-Problem hat. Erwin weiß wovon er spricht: „Wie es meiner Familie und anderen dabei ging, interessierte mich nicht, Hauptsache ich hatte genug zu trinken“, erzählt der nun trockene Alkoholiker.

Erwin hat den Weg heraus mit Hilfe der Anonymen Alkoholiker geschafft. Er kann über seine Abhängigkeit sprechen. Vor allem in der Weihnachtszeit war es besonders schlimm: „Es gab immer einen Grund zu trinken. Am Heiligen Abend endete es jedes Mal, dass ich nach der Bescherung nicht mehr wusste, was ich tat. Es war eine schreckliche Zeit. Der Alkohol machte aus mir das, was ich nie sein wollte. Mein Leben war gesteuert vom Alkohol und nur das Trinken wichtig. Wie es meiner Familie und anderen dabei ging, interessierte mich nicht, Hauptsache ich hatte genug zu trinken“. Dies ging lange so vor sich hin. Nach einem Urlaub, der eigentlich nur Tag und Nacht aus Alkohol bestand, konnte Erwin nicht mehr in die Arbeit gehen: „Es ging nicht mehr. Ich wollte Selbstmord begehen, war aber zu feige. Ich ging auf Entgiftung in die Psychiatrie und lernte dort Personen der AAs kennen, die eine Informationsveranstaltung über die Anonymen Alkoholiker und die Möglichkeit, von der Alkoholsucht wegzukommen, abhielten“. Nach dem Aufenthalt in der Psychiatrie ging Erwin gleich zu einem Meeting: „Ich wusste, dass ich jemanden brauchte, wo ich den Halt bekomme, um von meiner Sucht wegzukommen“. Diesen Halt fand er bei den Meetings.
Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker
„Seitdem ist einige Zeit vergangen und ich besuche auch nach dieser Zeit noch jede Woche mindestens ein Meeting, in dem ich mich mit meiner Krankheit auseinandersetzen darf. Denn eines was ich in der Zeit bei den Anonymen Alkoholikern gelernt habe ist, dass ich meine Sucht nur zum Stillstand gebracht habe und sobald ich wieder zum Alkohol greife, sie wieder da ist und es wieder von vorne anfängt wie oben geschildert. Denn eines ist klar: Einmal Alkoholiker immer Alkoholiker“, ist sich Erwin sicher.
Meetings
Seit 33 Jahren gibt es nun schon die Selbsthilfegruppe Anonyme Alkoholiker in der Pfarre Vogelweide. AA ist keine Sekte, aber sie haben ein spirituelles Programm und sie sind auch mit keiner Partei oder Institution verbunden. Ihr alleiniger Zweck ist es trocken zu bleiben und anderen Alkoholikern zur Trockenheit zu verhelfen. Auch in Stadl-Paura gibt es seit vielen Jahren eine Gruppe. In der Pfarre Vogelweide trifft sich die Gruppe jeden Dienstag von 18 bis 20 Uhr und jeden Freitag von 19.30 bis 21.30 Uhr. In Stadl-Paura gibt es im evangelischen Pfarrheim jeden Sonntag von 18 bis 20 Uhr ein Meeting.


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