Corona-Rot in Wels: „Weiter die kranken und älteren Personen schützen“
WELS. Die Stadt lud zu einer Pressekonferenz wegen der aktuellen Corona-Situation. Noch während des Gesprächs tickerten die Meldungen über bundesweite Verschärfungen ab Freitag, 23. Oktober, 0 Uhr, herein. „Ich warne davor, das öffentliche Leben auf nahezu Null zu reduzieren“, konstatiert FP-Bürgermeister Andreas Rabl.

“Die Dynamik der Infektionen im privaten Bereich nimmt immer mehr zu. Das muss man unter Kontrolle bringen“, ergänzt das Stadtoberhaupt. Denn genau dort hat sich laut Rabl das Leben hin verlagert und weitere Verschärfungen machen es nicht leichter und „ich fürchte, dass sich jetzt noch mehr infizieren“. Für die Stadt gibt er eine klare Parole aus: „Wir konzentrieren unsere Anstrengungen derzeit auf den Schutz von kranken und älteren Personen.“ Die Generationentreffs bleiben die nächsten drei Wochen geschlossen. Der Zugang zum Altersheim Neustadt ist bis auf Weiteres nicht möglich. Nur in Ausnahmefällen (palliative Betreuung und Seelsorge) ist ein Besuch möglich. Im Haus Neustadt sind unverändert 25 Bewohner (davon befinden sich sechs im Krankenhaus, der Rest ist abgesondert) und 13 Mitarbeiter (alle in Quarantäne) infiziert. In den anderen städtischen Häusern ist nur noch ein Besuch am Tag möglich. Dazu kommt – wie in der Gastronomie – eine Registrierungspflicht und noch ein verpflichtender Gesundheitscheck (Fiebermessen). Die Eröffnung des Stadttheaters am Freitag, 6. November, ist bereits abgesagt. Alle weiteren Veranstaltungen finden vorerst mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen wie geplant statt. „Wir werden uns anschauen, wie hoch die Akzeptanz ist“, so Rabl.
„Wir brauchen das konsequente Contact-Tracing, um die Infektionskette rasch zu durchbrechen“, stellt SP-Gesundheitsreferentin Silvia Huber klar. Doch es ist nicht so einfach. „Wir sind kein Detektivbüro. Wir müssen uns im Contact Tracing darauf verlassen, was uns die Menschen sagen. Wir bemerken schon eine mangelnde Kooperationsbereitschaft seitens der Bevölkerung“, erklärt Magistratsdirektor Peter Franzmayr als Leiter des Krisenstabs. Immer wieder tauchen unglaubwürdige Aussagen auf. Derzeit arbeitet ein Pool von 40 Personen in diesem Bereich. An einem durchschnittlichen Tag sind rund 15 Menschen im Einsatz: „Wenn wir die Betroffenen informieren, dann erleben wir von Panik bis hin zu völligem Unverständnis alles“, erzählt Franzmayr aus dem Nähkästchen.
Die Schulen und Kindergärten bleiben offen: „Was wir jetzt brauchen, sind klare und nachvollziehbare Regeln, die die Menschen verstehen“, fordert Rabl von der österreichischen Bundesregierung.


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