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Ukraine-Flüchtlinge in Welser Hotel: „So viel seelisches Leid habe ich noch nie gesehen“

Gerald Nowak, 04.03.2022 16:10

WELS. Hotel Alexandra Chefin Alexandra Platzer war völlig überrascht als in der Nacht zum Aschermittwoch plötzlich ukrainische Flüchtlinge vor der Tür standen und Zimmer für eine Nacht buchten. „So viel seelisches Leid habe ich noch nie gesehen. Es hat auch uns sehr mitgenommen“, sagt die VP-Bundesrätin.

Alexandra Platzer war überrascht als plötzlich 20 Ukraine Flüchtlinge vor der Hotel-Tür standen, konnte aber rasch helfen. (Foto: privat)

Das sei aber nichts zu dem, was die Frauen und Kinder erleben mussten, sagt Platzer. „Es waren nur Frauen und Kinder. Viele haben geweint, die Kinder haben geschrien. Es waren alle komplett fertig von der Flucht und der Situation in der Ukraine. Sie waren am Ende ihrer Kräfte. Sie wollten alle nicht wirklich reden und nur noch schlafen“, denkt die Hotelchefin an das erste Zusammentreffen zurück. In dieser Nacht waren es rund 20 Personen. Am nächsten Tag ging es weiter zu Verwandten nach Deutschland: „Die lange Fahrt hat sie erschöpft und über Internet kamen sie auf Wels und uns als quasi Zwischenstation“, erklärt Platzer. Alle kamen mit Autos, wo schnell das Notwendigste eingepackt wurde. Zwei Mütter mit vier Kindern waren mehrere Tage unterwegs und schliefen im Fahrzeug. In Wels konnten sie eine Nacht rasten: Platzer: „Man kann sich nicht vorstellen, was in den Menschen vorgeht. Es ist unvorstellbar und schmerzt einem selbst“.

Schwierige Verständigung

In den folgenden Tagen kamen immer wieder weitere Frauen und Kinder, aber nicht mehr in dieser Zahl: „Es waren eben nur Frauen und Kinder und keine Männer. Die Verständigung war nicht so einfach, aber es hat funktioniert. Dann war leider ein Kind auch noch corona-positiv. Wir konnten ein Zwischen-Quartier in Sattledt organisieren“.

Unterkünfte organisiert

In den Kommunen werden intensiv Unterkünfte organisiert. Auch seitens des Landes werden Notschlafstellen aktiviert, da man mit einem weiteren Anstieg von Flüchtlingen rechnet.

Hotline für ukrainische Staatsbürger/innen auf der Flucht und deren Angehörige:

+43 1 2676 870 9460

(Zuteilung zu Notquartieren für Flüchtlinge)

Solidaritäts-Hotline für private Unterkunftanbieter:

+43 732 7720 - 16 200 (während der Geschäftszeiten) oder per E-Mail an nachbarschaftshilfe@ooe.gv.at (für Personen, die privat Quartiere für Flüchtlinge in Oberösterreich zur Verfügung stellen wollen)

Spendenaktion von Land Oberösterreich und Volkshilfe Oberösterreich:

Informationen auf www.volkshilfe-ooe.at bzw. unter der Nummer +43 732 34050


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