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PICHL. Auf die Nachfrage folgte prompt das Angebot: Weil regionale Selbstbedienungsboxen Interesse an Physalis und Süßkartoffeln hatten, stieg Junglandwirt Julian Jungreuthmayer kurzerhand in die Produktion dieser Spezialkulturen ein.

Julian Jungreuthmayer muss seine Spezialkultur noch händisch ernten. (Foto: privat)
  1 / 2   Julian Jungreuthmayer muss seine Spezialkultur noch händisch ernten. (Foto: privat)

„Ich habe mich immer schon für die Landwirtschaft interessiert und ich will auch etwas aufbauen“, erzählt der 23-jährige FH-Absolvent. Vater Thomas Jungreuthmayer, Dienststellenleiter der Bezirksbauernkammer Eferding-Grieskirchern-Wels, der den Pankratzhof im Nebenerwerb führt, steht hinter ihm und sagt gleich „Probier es aus!“.

„Ich habe ins Blaue hineingearbeitet“, erinnert sich der junge „Pankratz“ an die Anfänge vor drei Jahren. 2.000 Physalis-Pflanzen setzt er seither jeden Frühling und heuer zum zweiten Mal auch 2.800 Süßkartoffel-Setzlinge, die durchaus anspruchsvoll sind. „Süßkartoffeln haben nichts mit Kartoffeln zu tun“, stellt Jungreuthmayer klar. „Sie kommen aus den Tropen und sind wärmeres Klima gewohnt. Die Frucht ist die Wurzel, die sich verdickt.“

Mindestens zehn Grad

Mitte Mai, Anfang Juni macht er mit dem Kartoffelsetzgerät Dämme. Der Boden muss dann mindestens zehn Grad haben, weil die Batate, wie die Süßkartoffel auch genannt wird, sehr wärmeliebend ist. Die Pflanzen, die dann in Oberthambach händisch gesetzt werden, kommen von einem Gemüsebetrieb aus Eferding. Danach heißt es warten und Unkraut jäten. „Die Süßkartoffel ist ein Windengewächs und wächst am Boden. Von der Ferne schaut es ein bisserl aus wie Efeu“, beschreibt Jungreuthmayer die Pflanze. Mitte Oktober wird dann geerntet. Zuerst das Kraut abgehäckselt. Dann die Knollen ausgegraben. Händisch. „Weil die Haut hier bei uns sehr dünn ist und ein herkömmlicher Roder würde sie verletzen und dann wäre die Süßkartoffel nicht lagerfähig“, erzählt der 23-Jährige von der mühsamen Ernte, bei der zum Glück Familie, Nachbarn und Freunde zusammenhelfen. „Ich überlege aber schon, einen Frühkartoffelroder zu adaptieren“, denkt der studierte Agrartechnologe praktisch.

„Halbprofessionelles“ Curing

Auch nach erfolgter Ernte hat die Süßkartoffel Ansprüche. „Curing“ heißt die Wärmebehandlung, die die Lagerfähigkeit erhöht und außerdem dazu dient, dass die Stärke in der Knolle umgewandelt und die Süßkartoffel so ihren typischen süßen Geschmack bekommt. „Sieben bis zehn Tage lagern wir die Süßkartoffeln bei über 30 Grad und 80 bis 90 Prozent Luftfeuchtigkeit, damit sich die Poren schließen. Allerdings noch ein bisschen halbprofessionell in Boxen mit Folien, die wir befeuchten“, schmunzelt Jungreuthmayer.

Hofladen ist in Arbeit

Aber es funktioniert und an einem Verarbeitungsraum samt Hofladen wird schon gearbeitet. Dort können die Jungreuthmayers dann – abgesehen von ihren Feldfrüchten Mais, Weizen, Zuckerrüben und Ölkürbis – die ganze Produktpalette des Pankratzhofs präsentieren: Kürbiskernöl, Kürbiskerne, Kartoffeln, Physalis und Süßkartoffeln. Ein Ab-Hof-Verkauf ist aber auch derzeit schon möglich.

„Das Interesse ist nicht selbstverständlich“

Thomas Jungreuthmayer freut sich über das Engagement von Julian. „Es ist toll, dass mein Sohn sich für die Landwirtschaft interessiert. Das ist nicht selbstverständlich“, weiß Jungreuthmayer über die Herausforderung, einen Hof zu erhalten. „Vielleicht ergibt sich aber ja auch eine Produktionssparte, wo man den Hof auch wieder im Haupterwerb führen kann“, würde sich der BBK-Leiter freuen.


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