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THALHEIM/PAKISTAN. Vor einem Jahr stand Sabrina Filzmoser auf dem Gipfel des Mount Everest – jetzt radelt sie von Islamabad zum K2. Mit der Besteigung des zweithöchsten Berges der Welt will die zweifache Judo-Europameisterin einmal mehr ein Zeichen für den Frieden setzen, Frauen ermutigen Sport zu machen und ihre Judo-Kenntnisse weitergeben.

  1 / 7   Sabrina Filzmoser tut es wieder: Nach dem Mount Everest nimmt die Thalheimer Judoka nun den zweithöchsten Gipfel der Welt, den K2 in Angriff. Die Anreise erfolgt wieder mit dem Rad. (Foto: Forever Everest)

Salamaleykum und Shukriya aus dem Karakorum“, schreibt Filzmoser in einem Chat mit der Tips-Redaktion und hat zu diesem Zeitpunkt für ihre neue Mission „Capital to K2“ schon 800 Kilometer in den Beinen. Von Pakistans Hauptstadt Islamabad ist sie mit dem Mountainbike zum 8.611 Meter hohen, schwierigsten aller Achttausender unterwegs. Unter den wachsamen Augen der Medien und der Bevölkerung. „Beim Start am 5. Juni in Islamabad waren 93 Medienvertreter“, berichtet Filzmoser vom regen Interesse und der komplett anderen Kultur: „Der Ausdruck wenn die Menschen ihr allererstes Mal ein Fahrrad und dann sogar ein weibliches Wesen drauf erkennen ist unbeschreiblich, aber gerade deswegen ist es in den Dörfern geradezu Inspiration pur von so viel Gastfreundschaft und Hoffnung empfangen zu werden“, erzählt die Extremsportlerin, dass die Bevölkerung hilft, wo sie nur kann: „Sie finden dann auch mal einfach eine passende Schraube für mein beinahe zerstörtes Schaltwerk und Schaltschwinge“, ist Filzmoser dankbar.

„Nur“ 200 Kilometer in elf Stunden

„Den herausforderndsten Teil durch Khyber Pakhtunkhwa, Kohistan und Pashtunen Gebiet hab ich mit guter bewaffneter Eskorte geschafft, trotzdem sind die durchschnittlichen 17 Polizeichecks nicht fördernd für meine tatsächliche Strampelzeit – es wurden dann halt ´nur` 200 Kilometer in elf Stunden oder so…“, bleibt die Thalheimerin gelassen. „Egal, ich halte ja auch überall aus, mache wo es geht Training mit den Kids und verteile die 220 Kilogramm mitgebrachtes, gesammeltes Sportequipment und das macht wirklich Spaß.“

Judo-Training am Steinboden

„Die Judokas trainieren hier heroben tatsächlich auf Steinboden, es gibt keine Matten, etwas Teppich reicht ihnen. Die mitgebrachten Judogis sind schon alle verteilt“, freut sich Filzmoser. Froh ist sie, auch bereits in Gilgit-Baltistan zu sein, obwohl es dort in Skardu auf 2.228 Metern, 32 Grad hat und die Sandstürme abends einfach alles durchdringen.

Bei 45 Grad in langen Hosen geradelt

Aber „hier ist es wenigstens kein Problem, endlich in kurzen Hosen radeln zu dürfen, das Bergvolk ist nicht so streng konservativ. Die relaxtere Kultur der Baltis ist weit einfacher zu handhaben als die der Pashtunen oder im zutiefst konservativen Kohistan Gebiet. Um es einfach auszudrücken: du radelst Hunderte Kilometer (bei 45 Grad in langen Klamotten!), ohne ein einziges Mal eine Frau auch nur auf der Straße zu treffen. Und wenn ich dann doch eine sehe, bin ich zu schnell vorbei, um das einzig Wichtige hier zu erblicken, nämlich die Augen - das einzige was doch sichtbar wäre…“, berichtet die Vizepräsidentin des Österreichischen Judoverbands, die von einem Fahrzeug mit Gepäck, einem ortskundigen Tourist-Guide und einem Sicherheitsmann begleitet wird.

Summit Push im August

Nach ein paar Tagen Rast für die Erledigung von Logistischem und Genehmigungen stehen jetzt die letzten zwei Radetappen nach Askole und Jhola an, dann eine Woche Trekking mit dem Karakorum Expeditions Team bis zum K2 Base Camp. Von dort dann rund acht Wochen Zeit für Akklimatisierung und Summit Push – der Aufstieg zum Gipfel des K2. Mitte August sollte die Thalheimerin wieder zurück in Islamabad sein.

Hilfe die ankommt

Wie gesagt: „Es macht wirklich Spaß. Obwohl ja ... zugegebenermaßen ist es wohl das größte und herausforderndste Abenteuer meines Lebens“, gesteht die mutige Bergsteigerin und wünscht sich, dass ihre Aktion auch die nötige Aufmerksamkeit auf ihre Mission lenkt: „Die Medien überschlagen sich zwar täglich hier in Pakistan, von National News bis zum Independent, weil sich das keiner vorstellen kann und in dieser Art noch nie jemand probiert hat. Aber bei uns zu Hause will ich auf jeden Fall zeigen wie man abgelegene oft völlig falsch eingeschätzte Local Communities inspirieren kann etwas zu für sie zu tun! Es gelingt mir, die Menschen hier tatsächlich vor Ort zu unterstützen und deshalb bitte ich um Spenden für den Verein Everest Judo. – Shukriya ( „Danke“), Way to go High, Sabsi“

Sabrina Filzmosers Hilfe kommt direkt bei den Betroffenen an!
Verein Everest Judo (Pakistan AT45 3477 0000 0581 2698)

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