Rauchen in der Gastro: Es qualmt in der Stadt Wels
WELS. Offiziell gab es in der Stadt keine Anzeigen. Inoffiziell gab es aber nicht nur unter den Nachtschwärmern heftige Diskussionen rund um das Thema Rauchen. Tips hörte sich bei Lokalbetreibern aber auch in der Politik um.

Inzwischen ist bei einigen Lokalbetreibern bei den Social Media Accounts ein Säuberungsprozess eingetreten. Fotos auf denen Aschenbecher oder Zigaretten zu sehen sind, sind gelöscht. Tips fragte bei den Betreibern nach. Aber es gab entweder keine Antwort oder eher etwas weniger Freundliches als Replik. Auffallend ist trotzdem, dass vor allem in der Hafergasse auf einmal vor allen Lokalen wieder Stehtische mit Aschenbechern standen.
„Unsere Gäste sind froh“
Das Rewü ist das Urgestein unter den Lokalen in der Hafergasse: „Wir haben uns immer an das Rauchverbot gehalten. Es gab immer einen Stehtisch vor dem Lokal, wo unsere Gäste rauchen können“, sagt Patrik Sorgan. „Unsere Gäste sind sogar froh, dass bei uns nicht geraucht wird. Wir tolerieren das auch nicht. Nicht einmal zu späterer Stunde“. Sorgan hörte immer wieder von Besuchern, dass da und dort es toleriert wird: „Bei uns ist das kein Thema. Wir wollen auch niemanden vernadern“.
Ähnlich sieht das auch ein anderer Wirt, der aber anonym bleiben will: „Gäste kommen und sagen dass in dem Lokal geraucht werden darf. Aber bei mir gibt es das nicht“. Mehr will er dazu nicht sagen. Außer, dass Kontrollen vielleicht gut wären. Aber er fürchtet auch Vernaderung von Kollegen.
Lokaltour zum Gespräch genutzt
FP-Vizebürgermeister Gerhard Kroiß hat selbst früher geraucht: „Ich bin froh, dass in Lokalen nicht mehr geraucht werden darf. Die Kleidung stinkt nicht mehr. In der Faschingszeit waren wir unterwegs, um mit den Wirten zu sprechen und sie zu sensibilisieren, dass sie Rauchen nicht tolerieren sollen. Anzeige ist mir aber keine bekannt“.
Die SPÖ hatte Kroiß in seiner Eigenschaft als Sicherheitsreferent kritisiert. Er müsse aktiv gegen die Verstöße vorgehen und nicht nur abwarten. „Die Bürger erwarten eine klare Positionierung und konkrete Maßnahmen, um das Rauchverbot durchzusetzen und die öffentliche Gesundheit zu schützen“, kritisiert SP-Vizebürgermeister Klaus Schinninger. Kroiß stecke nur den Kopf in den Sand.
Das wiederum lässt die FPÖ erzürnen und FP-Bürgermeister Andreas Rabl richtet Schinninger aus: „Er kann auch mit der Exekutive reden oder Bewusstseinskampagnen starten. Aber er tut nichts.“ Also wird der Ball hin und her gespielt.
Klare Kontrollorgane gibt es ohne Anlassfall freilich nicht. Dann ist den Hinweisen nachzugehen. Es kann aber zu Kontrollen seitens der Behörden kommen. Wenn bei so einem Besuch geraucht wird, dann folgen Anzeigen. Eigene Überprüfungen zur Einhaltung des gesetzlichen Verbots ohne Anlassfall gibt es aber nicht.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden