Welser Maibaum gestohlen: Brauchtum, das dem Bürgermeister gefällt
WELS. Es passierte gegen 2 Uhr in der Früh. Mehrere junge Männer legten den Baum um und schnell waren sie mit dem Teil verschwunden. Wels Marketing Direktor Peter Jungreithmair nimmt es pragmatisch: „Diejenigen, die ihn gestohlen haben, haben ihre Verhandlungsposition nicht gerade erleichtert. Wir haben die Regeln klar kommuniziert. Wenn sie ihn wieder zurückgeben, werden wir wieder feiern“. FP-Bürgermeister Andreas Rabl: „Den Aufwand muss man sich antun!“.

Am Samstag, 27. April, stellte Wels den gespendeten Baum aus Buchkirchen am Stadtplatz auf. In der ersten Nacht verschwand das Taferl. So weit, so gut. Nach den von Wels verkündeten Regeln erlaubt. Wie im Straßenverkehr gilt auch hier ein gewisser Vertrauensgrundsatz. „Die Gruppe, die einen Maibaum aufstellt, kann davon ausgehen, dass sich Maibaumdiebe an den jeweiligen Lokalbrauch halten. Diese lokalen Regeln sind mündlich überliefert und unter www.ooelandjugend.at (Schwerpunkte, Kultur- und Brauchtum, Maibaumlandkarte) zu den einzelnen Gemeinden oder Städten abrufbar“, schreibt die Landjugend auf ihrer Homepage. Wels hat dort bekannt gegeben, dass das Stehlen am Tag des Aufstellens ab Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang erlaubt sei.
Zwischen 27. April und 3. Mai ist die Sonne glücklicherweise mehrmals unter und wieder aufgegangen. Jetzt ist der Baum eben in der Nacht zum 3. Mai gestohlen und der Bürgermeister Rabl, der ansonsten gerne und immer wieder auf die Einhaltung von Regeln pocht, sieht hier das Brauchtum im Vorteil: „Das passt doch. Das ist Brauchtum. Wäre schön, wenn der Baum bis zur Nacht der Chöre wieder da ist“. Die ist am Mittwoch, 8. Mai.
Vielleicht muss die Stadt Wels ja im kommenden Jahr nicht nur Waste Watcher einsetzen, die illegales Wegschmeißen von Müll anzeigen, sondern auch Maibaum-Guardians, die ein Auge auf den Baum werfen, um im Englischen zu bleiben.


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