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Paartherapie im 18. Jahrhundert: Nachbau der Marchtrenker Wiege

Gerald Nowak, 19.05.2024 06:30

MARCHTRENK. Die beiden Ehrenbürger der Stadt, Dieter Holzhey und Bürgermeister a. D. Fritz Kaspar, starteten die Initiative für einen Nachbau der Marchtrenker Wiege. Das Original steht im Schlossmuseum.

So sieht das Original der Marchtrenker Wiege aus. (Foto: Fischer)
So sieht das Original der Marchtrenker Wiege aus. (Foto: Fischer)

1702 hatte der Marchtrenker Ortsrichter die Idee, eine große Wiege zu bauen. Anscheinend waren permanent streitende Ehepaare ein Problem und hier kam das Holzobjekt als Bestrafung zum Einsatz. „Sie wurden wie Wickelkinder eingepackt in der Wiege öffentlich zur Schau gestellt und so lange gewiegt und mit Brei gefüttert, bis sie versprachen in Hinkunft friedlich weiterzuleben. Diese Wiege war eine Art Pranger und sie ist weltweit ein einzigartiges Rügebrauchtum“, erzählt der Obmann des Musealvereins, Reinhard Gantner. Lange Zeit stand die Wiege im Gasthaus. Mit der Bezahlung diverser Lokalrunden konnte man sich ebenfalls freikaufen. 1911 verkaufte Gastwirt Albert Fischer die Wiege für 450 Kronen an das Schlossmuseum, wo diese heute noch steht. Durch die Unterstützung der Ehrenbürger und weiterer honoriger Herren wird die Wiege nachgebaut. Die werkgetreue Bemalung hat die Kunstmalerin Sabine Fischer übernommen. Bald wird die neue Wiege im Heidehaus zu sehen sein.


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