Welser Linienbusse bald auch am Sonntag auf Achse
WELS. Ein bisschen müssen sich die Menschen noch gedulden. Mit Samstag, 9. September, startet der Sonn- und Feiertagsbusverkehr in der Stadt. Doch es ist vorerst nur ein Probetrieb, der Ende Juni 2028 evaluiert wird.

Warf die FPÖ dem Mobilitätsreferenten Stefan Ganzert (SP) noch vor wenigen Tagen mangelndes Tempo beim Mobilitätskonzept vor, zeigt man sich bei der Pressekonferenz zur Verlautbarung der frohen Botschaft in seltener Eintracht: „Seit einem halben Jahr haben wir an dem Konzept gearbeitet. Jetzt kommt die Umsetzung. Wir haben autonomes Fahren geprüft oder einen Ringverkehr zweier Busse. Das bewährte Konzept des Abendbusses jetzt auch an den Sonn- und Feiertagen zu machen, hat sich durchgesetzt“, so FP-Bürgermeister Andreas Rabl. Was noch 2017 vom damaligen Verkehrsreferenten Gerhard Kroiß (FP) als zu teuer abgelehnt wurde, ist ab dem 9. September Realität. Damals waren rund 180.000 Euro zuviel. Jetzt passt es: „Wenn wir wollen, dass mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen, müssen wir auch ein entsprechendes Angebot schaffen. Der Sonntagsbus ist dafür ein wichtiger Schritt“. Der Bus ist auch als Entlastung für die vielen Veranstaltungen und den daraus resultierenden Staus durch die Parkplatzsuche der Besucher gedacht. „Viele Gäste kommen zur Landesgartenschau mit dem Zug und können dann mit dem Bus weiterfahren. Auch für die Weihnachtswelt und bei anderen Veranstaltungen ist dies sicher eine Entlastung und die Welser können den Bus nutzen“, meint Bürgermeister Rabl. Der Busbetrieb wird im Halbstunden-Takt auf den vier Abendbus-Linien von 9 bis 18 Uhr geführt. „Je mehr Menschen den Sonntags- und Feiertagsbus nutzen, desto stärker ist das Signal für einen dauerhaften Betrieb“, hofft Ganzert auf regen Zuspruch. Eine genaue Zahl, ab wann der Betrieb auch über 2028 hinaus weitergeführt wird, will niemand nennen. „Aber wir orientieren uns an dem Abendbus“, so die beiden.
„Ja, aber nicht so!“
Die Volkspartei bringt im kommenden Gemeinderat einen Initiativantrag zum Sonntagsbus ein. Es geht darum, die Grundlagen für die Einführung zu klären. Das hat die Fraktion mittels Pressaussendung verlautbart. Wenig später kam die Einladung zur Pressekonferenz. Den Antrag will man nicht zurückziehen. „Noch bevor ordentlich über die Streckenführung, die Einsatzzeiten und die damit verbundenen Kosten gesprochen wird, wird schon eine vermeintliche Lösung präsentiert. Das ist unseriös und populistisch“, betont Fraktionsobmann Markus Wiesinger. Die VP ist für den Sonntagsbus, aber nicht so. Sie kritisiert die Linienführung des Abendbusses als Vorgabe: „Warum werden am Sonntag das Welldorado, die Eishalle, der Motorikpark, die Skaterhalle, der Friedhof oder der Volksgarten nicht bedient?“, fragt Stadtrat Martin Oberndorfer. Die ÖVP Wels wird weiterhin auf eine „sinnvolle Linienführung“ am Sonntag drängen. Darauf angesprochen meint die FP-SP-Sonntagsbuskoalition: „Es sind Haltestellen in unmittelbarer Nähe, die mit einem zumutbaren Fußmarsch erreichbar sind.“ Mit der Evaluierung könne man aber „über alles reden“.
„Endlich!“
Von den Grünen kommt ein „Endlich!“. Die Sonntagsbus-Einführung sei ein „lange notwendiger Schritt“. „Entscheidend ist, dass das Angebot verlässlich ist und nicht nach wenigen Monaten wieder schlechtgeredet wird“, so Verkehrssprecherin GR Miriam Faber. Die geplante Evaluierung nach zwei Jahren wird als „sinnvoller Zugang“ bewertet.


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