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KRENGLBACH. Im Zoo Schmiding gibt es einen Neuzugang: Ein weiblicher Gaukler ist aus einem Zoo in Portugal nach Oberösterreich übersiedelt. Nach ihrer Ankunft erkundet sie ihr neues Zuhause und lernt gleichzeitig den bereits in Schmiding lebenden männlichen Gaukler kennen. Der Greifvogel zeigt sich von seiner neuen Partnerin durchaus beeindruckt und hat bereits mit Imponierverhalten begonnen.

  1 / 2   Die Greifvogelart Gaukler ist stark gefährdet. Mit einer neuen Dame in Schmiding hofft man auf Nachwuchs. (Foto: Zoo Schmiding/Peter Sterns)

Vorerst leben die beiden noch in getrennten Bereichen. Durch ein Gitter haben sie jedoch Sichtkontakt und können sich so langsam aneinander gewöhnen. Erst wenn das Tierpflegerteam das Verhalten beider Vögel entsprechend einschätzt, soll der direkte Kontakt folgen. „Gerade bei Greifvögeln kann man zwei Tiere nicht einfach zusammensetzen und davon ausgehen, dass sie harmonieren“, erklärt Tierpflegerin Can Hasibe. „Wir beobachten deshalb sehr genau ihre Körpersprache und Reaktionen aufeinander. Das Männchen zeigt bereits deutliches Imponierverhalten – jetzt ist vor allem interessant, wie das Weibchen darauf reagiert.“

Akrobat der Lüfte

Gaukler (Terathopius ecaudatus) zählen zu den außergewöhnlichsten Greifvögeln Afrikas. Ihren Namen verdanken sie ihrem charakteristischen Flugbild: Mit ihren langen Flügeln und dem ausgesprochen kurzen Schwanz können sie in der Luft auffällig von einer Seite zur anderen kippen. Dieses beinahe akrobatische Flugverhalten brachte ihnen im Deutschen den Namen „Gaukler“ ein.

Buntes Gesicht

Auch optisch sind die imposanten Greifvögel unverwechselbar. Erwachsene Tiere besitzen ein überwiegend dunkles Gefieder und eine auffällige bunte unbefiederte Gesichtshaut. Männchen und Weibchen lassen sich unter anderem anhand ihrer unterschiedlichen Flügelfärbung unterscheiden.

Neue Partnerin für stark gefährdete Art

Hinter der Ankunft des Weibchens aus Portugal steckt mehr als die Hoffnung auf ein neues Paar. Der Gaukler wird auf der roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „stark gefährdet“ eingestuft. Die Bestände der einst weit verbreiteten afrikanischen Greifvögel sind deutlich zurückgegangen. Daher arbeiten Zoos über Ländergrenzen hinweg im Rahmen des EEPs (Europäischen Erhaltungszuchtprogramms) zusammen, um eine langfristig stabile und genetisch vielfältige Population aufzubauen.  

Hoffentlich stimmt die Chemie

„Natürlich hoffen wir, dass sich unsere beiden Gaukler gut verstehen und langfristig ein Paar bilden“, so Hasibe. „Ob die Chemie tatsächlich stimmt, entscheiden am Ende aber die Tiere selbst. Ein schöner Anfang ist allerdings, dass unsere Männchen bereits großes Interesse an seiner neuen Partnerin zeigt.“


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