Zum Gedenken an Herbert Hofwimmer: Mehr als nur ein Gastwirt
WELS. Mit seiner herzlichen, direkten und geradlinigen Art prägte Herbert Hofwimmer nicht nur den Gasthof Hofwimmer in Wels-Oberthan und die Familie, sondern war auch ein bedeutender Wegbereiter im Gewichthebersport. Am Freitag, 29. September, verstarb Hofwimmer im 91. Lebensjahr.

Herbert Hofwimmer wurde am 10. Jänner 1936 in Schwanenstadt geboren. Seine ersten vier Lebensjahre lebte er bei seiner Großmutter in Aichkirchen, bevor er zu seiner Mutter und seinem Stiefvater nach Wels-Oberthan kam, wo er seine weitere Kindheit verbrachte. Nach dem Schulabschluss erlernte er das Fleischhauerhandwerk und schloss seine Ausbildung mit dem Meisterbrief ab. Die Kenntnisse und sein handwerkliches Können bildeten später eine wertvolle Grundlage für seine jahrzehntelange Tätigkeit als Gastwirt.
Von der Jausenstation zum Wirtshaus
Gemeinsam mit seiner Frau Rosa übernahm Hofwimmer die elterliche Jausenstation in Oberthan, die zunächst nur im Nebenerwerb geführt wurde. Was für ein Jahr geplant war, entwickelte sich zur Lebensaufgabe. Mit großem persönlichem Einsatz und unternehmerischem Geschick bauten die beiden den Betrieb aus. Aus der einfachen Jausenstation entstand ein stattliches Gasthaus, das bis heute für gute traditionelle Küche ebenso bekannt war wie als beliebter Treffpunkt für gesellige Stunden. Mit seiner herzlichen, direkten und geradlinigen Art prägte Hofwimmer das Haus und den Umgang mit Gästen, Geschäftspartnern und Mitarbeitern.
Ruhestand - eine formale Angelegenheit
Auch nach der Pensionierung im Jahr 1996 blieb der Ruhestand vielfach nur eine formale Angelegenheit. Er kümmerte sich weiterhin um das Fleisch und die selbstgemachte Blutwurst, bis es sein Gesundheitszustand in seinem letzten Lebensjahr nicht mehr zuließ. Die Familie nahm einen zentralen Platz in seinem Leben ein. Gemeinsam mit seiner Frau Rosa zog er drei Söhne groß und legte damit den Grundstein für eine große Familie, an der er bis zuletzt regen Anteil nahm. Besonders seinen Enkelkindern widmete er viel Zeit und Aufmerksamkeit. Er schätzte die Geselligkeit, liebte das Singen, Musizieren und Tanzen und genoss Gespräche in gemütlicher Runde.
Große Leidenschaft: Gewichtheben
Eine zweite große Leidenschaft galt dem Gewichthebersport. 1956 bestritt Herbert Hofwimmer seinen ersten Wettkampf für den ESV Wels. Es folgte eine Karriere auch auf Funktionärsebene, sei es beim Landes- oder Nationalverband. Dabei musste er nicht laut auftreten, um gehört zu werden. Erfahrung, Ruhe und klare Worte gaben seiner Meinung Gewicht. Hofwimmer verstand es, Verantwortung rechtzeitig und geordnet weiterzugeben. Als aktiver Masters-Sportler errang er fünf österreichische Meistertitel sowie Silber und Bronze bei Weltmeisterschaften.
Seine Prinzipientreue, sein Pflichtbewusstsein und seine Sorge um die Familie prägten auch die folgenden Generationen. Mit ihm verliert die Familie einen liebevollen Mittelpunkt und der Gewichthebersport einen bedeutenden Wegbereiter.








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