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Causa Welldorado: Kontrollbericht ergibt Schaden von 270.000 Euro
WELS. Bei einer Pressekonferenz stellte sich Bürgermeister Peter Koits (SP) den Journalisten. Der Kontrollbericht hat ergeben, dass eine ehemalige Mitarbeiterin an der Welldorado Kasse 270.000 Euro unterschlagen. Die beiden Vorgesetzten wussten seit August 2014 von der Sache. Aber erst durch eine anonyme Anzeige bei Magistratsdirektorin Renate Kamleithner schaffte es die Angelegenheit in das Rathaus.

Der Fall ist brisant. Der Kontrollbericht ergab, dass eben diese Summe fehlt. Die Mitarbeiterin, der nach der Anzeige gekündigt wurde, war aber nicht nur an der Badkassa im Einsatz, sondern auch beim Eislaufplatz: „Dort beginnen gerade die Kontrolle“, heißt es von der Kontrollstelle. Besonders brisant: Aus dem Jahr 2009 fehlen vollständig die Belege der Kassierin. „Und zwar nur ihre“, so die Kontrollstelle des Magistrates. Dahinter steckt ein menschliches Schicksal wie Ulrich Törek, Leiter der Dienstbehörde, versichert: „Sie hat sich kein Auto gekauft oder sonst irgendetwas“. Ihr Mann und der Sohn waren arbeitslos. Die Dame wollte sie unterstützen. Wie diese große Summe unterschlagen werden konnte, kann Bürgermeister Koits aus rechtlichen Gründen nicht beantworten: „Es ist hier ein laufendes Verfahren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Ich darf keine Auskunft geben. Fakt ist, dass wir magistratsintern alles versuchen die Kontrollsysteme zu intensivieren. Wir überprüfen alles. Kriminelles Verhalten wird man nie verhindern können“. Eine weitere Brisanz hat dieser Fall, dass die beiden Beamten bereits am 21. August von der Unterschlagung erfuhren. Bis zu einer anonymen Anzeige bei der Magistratsdirektorin ist aber nichts passiert. „Der angenommene Schaden war damals viel geringer. Die Mitarbeiterin hat versichert, dass sie den Betrag zurückzahlen wird. Sie wollten der Kassiererin die Chance geben, den Schaden wiedergutzumachen“, so Koits. Angeblich hat sie 20.000 Euro zurückbezahlt. Ob nun gegen die beiden Beamten seitens der Staatsanwaltschaft ermittelt wird, ist nicht bekannt. Magistratsintern wird die Disziplinarkommission tagen. Suspendiert sind die beiden nicht. Auch nicht versetzt, als die Causa ans Tageslicht kam: „“Sie haben keine strafbare Handlung begangen, es handelt sich dabei um eine Verletzung der Dienstpflicht. Deswegen ist eine Suspendierung nicht möglich. Weitere Schritte sind der Kommission überlassen“ ,sagt Koits. Die Ermittlungen laufen sowohl magistratsintern und als auch bei der Staatsanwaltschaft auf Hochtouren. Wie es mit den beiden Beamten weitergeht ist noch offen. Einer ist im Krankenstand, der andere auf Skiurlaub. Stellungnahme der Parteien: Die Volkspartei „Organisatorische Konsequenzen sind unter Einbeziehung des Kontrollausschusses und des Präsidialausschusses zu erarbeiten und dringend umzusetzen. Ein totales Versagen der Kontrollmechanismen und eine offensichtliche Untätigkeit der Dienstvorgesetzten dürfen sich im Magistrat nicht wiederholen“, heißt es aus der Volkspartei. Sie nehmen auch Vizebürgermeister Hermann Wimmer (SP) ins Visier: Er soll sofort die Agenden der Freizeitbetriebe abgeben. Die ÖVP wird jedenfalls bei der nächsten Gemeinderatssitzung eine „Aktuelle Stunde“ zum Thema „Folgerungen aus der Veruntreuung im Welldorado“ anmelden. Die Freiheitlichen Die FPÖ fordert für den konkreten Fall eine lückenlose Aufklärung sowie eine schonungslose Offenlegung der Prüfergebnisse. Die von der Kontrollstelle durchzuführenden Prüfungen müssen ausgeweitet werden, im Umgang mit Bargeld sollte im Magistrat einheitlich das Vier-Augen-Prinzip bei der Abrechnung eingeführt werden. Weiters sollte keine Möglichkeit mehr bestehen, EDV- Kassensysteme zu manipulieren. Kritisch zu betrachten ist auch der magistratsinterne Umgang nach dem Auftauchen der ersten Verdachtsmomente. Nicht nur dass man sich drei Monate Zeit lässt, bevor die Kontrollstelle eingeschaltet wird, ist es ebenfalls ungewöhnlich, dass Kontrollergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert werden, bevor ein Kontrollbericht vorliegt bzw. dieser den Gemeinderatsfraktionen zugeleitet und im Kontrollausschuss diskutiert wurde. So erfahren die Mitglieder des Kontrollausschusses erst über die Medien die konkreten Untersuchungsergebnisse.


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