Wenn drei sich streiten, dann wird es Klaus Hoflehner
WELS. Es ist keine leichte Aufgabe, die Verkehrsreferent Klaus Hoflehner übernimmt. Bei einer Stadtparteiausschuss-Klausur, ist der bekennende WSC Hertha Fan als SPÖ-Stadtparteivorsitzender vorgeschlagen worden. Am 10. Mai erfolgt die endgültige Kür beim Stadtparteitag. Hoflehner muss die Partei einen und auf einen Kurs richtung Wahl 2021 einschwören.

Es waren turbulente Zeiten, die die SPÖ Wels in den vergangenen Jahren durchlebt hat. Zuerst die verlorene Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl. Dann der Rücktritt von Hermann Wimmer als Stadtparteiobmann und die interimistische Übernahme von Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer. Die Grabenkämpfe innerhalb der Partei nahmen an Heftigkeit zu.
Eskalation nach Stadtparteiausschuss
In einem Stadtparteiausschuss legte die Partei vor wenigen Wochen den Fahrplan für ein Hearing für den neuen Stadtparteiobmann fest. Gemeinderat Bernhard Humer verkündete kandidieren zu wollen, ebenso sein Kollege Karl Schönberger und eben Reindl-Schwaighofer. Gemeinderat Ernst Kirchmayr war mit der Vorgehensweise nicht zufrieden und schickte einen offenen Brief aus. SPÖ Wels - Zurück zu unseren Wurzeln
Die Antwort vom geschäftsführenden Obmann blieb nicht aus: Höchstes Gremium der SPÖ Wels hat Auswahlverfahren verbindlich beschloss
Die Auseinandersetzung nahm weiter an Heftigkeit zu. Die Landespartei schaltete sich ein, doch nach einer Abkühlphase ging es wieder los. Dieses Mal aber hinter verschlossenen Türen und nicht mehr so öffentlich. Keiner wollte nachgeben. Die Zerreißprobe musste verhindert werden. So schaltete sich die Landesparteiobfrau Birgit Gerstorfer mehr und mehr ein. Es riss ihr der Geduldsfaden und in einer internen Besprechung am vergangenen Sonntag in Linz sprach sie Tacheless und konnte den Knoten lösen.
E-Mail an die Stadtparteiausschuss-Mitglieder einen Tag vor der Klausur
In einer E-Mail, die Tips Wels vorliegt und die einen Tag vor der Sitzung an die Ausschussmitglieder verschickt wurde, beschreibt Reindl-Schwaighofer die Situation und erklärt, was in der Klausur in der Welser Messe passieren wird: „Wie du sicher mitbekommen hast, gab es eine parteischädigende öffentliche Diskussion über die Vergabe des Stadtparteivorsitzes. Landesvorsitzende Birgit Gerstorfer hat daher alle Sektionsvorsitzenden zu einer Aussprache geladen.
Verzicht
Das Ergebnis ist: Die bisherigen Kandidaten Bernhard Humer, Karl Schönberger und ich werden unsere Bewerbung für den Stadtparteivorsitz zurückziehen und Verkehrsstadtrat Klaus Hoflehner stellt sich bei der Delegiertenversammlung am 10. Mai als einziger Kandidat der Wahl zum Stadtparteiobmann. Die entsprechenden Beschlüsse für eine Zulassung seiner Kandidatur sind bei der morgigen Sitzung vom zuständigen Gremium, dem Stadtparteiausschuss, zu fassen. Landesparteivorsitzende Birgit Gerstorfer wird euch morgen persönlich über die Hintergründe dieser überraschenden Entscheidung informieren.
Die Conclusio
Nun ist die Entscheidung da. Klaus Hoflehner übernimmt und muss die Partei einen. Mit seiner ruhigen und besonnenen Art wird er an diese schwierige oder eher Mammutaufgabe herangehen. Er wird auch gegenüber dem allgegenwärtigen Bürgermeister mehr Ecken und Kanten zeigen müssen. Aber die vorrangige Frage wird es sein, die Partie wieder zu einen und sie zukunftsfit zu machen. Der Gegner ist nicht in den eigenen Reihen und viele Fehler und Begehrlichkeiten aus der Vergangenheit können nicht mehr ungeschehen gemacht werden. Es ist viel Porzellan lange und intensiv zerschlagen worden. Nach außen und innen. Aber das schlingernde Schiff SPÖ Wels hat wieder einen Steuermann und Gerstorfer hat Stärke gezeigt.


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