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WELS. Die SPÖ ist mit zwei Forderungen vorstellig geworden. Zuallererst soll der Jugendtreff Noitzmühle endlich realisiert werden. Dann ging es um ein Mädchen-Cafe. Für das Jugendzentrum gibt es ein klares Ja, für die eigenen Mädchen-Räume ein klares Nein von Jugend-Referent Gerhard Kroiß (FP).

Ein Wuzzler gehört in jedem Jugendzentrum irgendwie dazu.
Ein Wuzzler gehört in jedem Jugendzentrum irgendwie dazu.

Der frühere Jugendtreff Noitzmühle im Keller der Volkshochschule musste im Juni 2011 nach Anrainerbeschwerden geschlossen werden. Noch unter der ehemaligen Jugendreferentin Silvia Huber wurde ein Konzept für einen neuen Jugendtreff mit Beachvolleyballplatz, Basketballplatz und Funcourt ausgearbeitet und der Gemeinderat hat 2015 die Finanzierung des Grundankaufs beschlossen. Huber fordert Kroiß auf, tätig zu werden, damit das Projekt auf den Asfinag-Gründen endlich realisiert wird.

„Wie der Ansturm auf den neuen Generationenpark beim Quartier Noitzmühle zeigt, brauchen die Kinder und Jugendlichen in diesem Stadtteil dringend einen geeigneten Treffpunkt mit genügend Spiel- und Sportflächen im Freien, wo sie ihre Freizeit verbringen können“, sagt SP-Vzbgm. Silvia Huber.

2018 ist fix

Kroiß nimmt den Ball gerne auf. In den letzten Monaten ist intensiv an dem Projekt gearbeitet worden. „Das Kostendämpfungsverfahren ist abgeschlossen. Ich will im letzten Gemeinderat vor der Sommerpause einen Beschluss für das Projekt. Wir werden Jugendliche miteinbinden. Das ist schon fixiert. Ob wir mit den Bauarbeiten schon 2017 beginnen und dann im Frühjahr 2018 fertigstellen, ist noch nicht entschieden. Fakt ist: Der Jugendtreff wird 2018 in der Noitz­mühle errichtet“, so der freiheitliche  Jugendreferent.

Der Bau wird in Schachtelbauweise erfolgen. „Wir sind auf einem guten Weg. Die Kosten werden um die 350.000 Euro  liegen“.

Räume für Mädchen

„In den städtischen Jugendeinrichtungen sollten auch eigene Räumlichkeiten für Mädchen geschaffen werden, denn die Jugendtreffs werden derzeit überproportional von Burschen genutzt“, sagt SP-Gemeinderätin Laurien Scheinecker.

Hier kommt sowohl von Kroiß als auch vom Koalitionspartner ÖVP ein klares Nein. „Das wäre unserer Sicht ein Rückschritt in alte Zeiten, wo in der Volksschule beispielsweise Burschen und Mädchen getrennt unterrichtet wurden“, so Kroiß. VP-Gemeinderat Stefan Haböck: „Die SPÖ sendet ein fatales Signal aus. Sie stellt Mädchen als schwächeres Geschlecht dar, die eigene Schutzräume bräuchten. Dem widerspreche ich vehement“.


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Gastuser
Gastuser
31.05.2017 19:24

Mädchen brauchen eigene Begegnungsräume

Es ist erfreulich, wenn der Jugendtreff Noitzmühle endlich gebaut wird. Die Kinder und Jugendlichen in diesem Stadtteil warten seit 2 Jahren darauf. Unerfreulich ist die Tatsache, dass FPÖ und vor allem die ÖVP-Jugend die unterschiedlichen Bedürfnisse von Mädchen und Burschen ignorieren und die von der SPÖ geforderten "Mädchencafes" in Welser Jugendzentren kategorisch und mit einer vorgestrigen Argumentation ablehnen. Beispiele in anderen Städten wie Linz zeigen, dass Mädchen eigene Angebote brauchen, wo sie auch ihren Interessen nachgehen können. Gemeinsame Aktivitäten mit Buben sind ja trotzdem möglich - nur es soll eine Wahlmöglichkeit geben. Es geht der SPÖ sicher nicht um Schutzräume für Mädchen wie FPÖ und ÖVP behaupten, sondern um eigene Begegnungsräume für sie, wo sie ihre Themen besprechen und das tun können, was sie wollen. Buben haben oft andere Interessen und mögen andere Sportarten. Die Mädels sind ja nicht ohne Grund unterrepräsentiert in den Welser Jugendtreffs - offenbar fehlt es an entsprechenden Angeboten und das ist schade, weil sie dadurch auch nicht von den Sozialarbeitern in diesen Einrichtungen betreut werden. Und selbst in der Pädagogik gibt es inzwischen ein Umdenken. Einige deutschsprachige Studien aus den vergangenen 20 Jahren zeigen, dass zumindest Mädchen davon profitieren könnten, in bestimmten Fächern wie Naturwissenschaften ohne Jungen zu lernen und umgekehrt könnten auch Buben davon profitieren. Mädchen sind in Physik und Mathematik in gemischten Klassen oft gehemmt und Burschen in Deutsch. Daher können zeitweise getrennte Lernräume durchaus Sinn machen.