„Die Stadt muss keinen Vergleich scheuen“
WELS. Verkehrsreferent Klaus Hoflehner hat keine leichte Aufgabe. Als SPÖ-Stadtparteiobmann muss er die Partei erneuern und eben als Verkehrsreferent ganz Wels zufriedenstellen.

Tips: Jetzt fragen wir nicht den Verkehrsreferenten, sondern den Welser Klaus Hoflehner: Wie steht Wels momentan da?
Hoflehner: Wels steht sicher gut da. Die Basis dafür hat die Finanzpolitik der Welser SPÖ in den Krisenjahren gelegt: oft als konservativ gescholten, zur richtigen Zeit öffentlich investiert. Der Verkauf der Sparkassenanteile um mehr als 72 Millionen Euro, die boomende Wirtschaft und eine fleißige Welser Bevölkerung und Unternehmen haben ganz wesentlich dazu beigetragen, dass diese Stadt keinen Vergleich zu scheuen braucht.
Tips: Sprechen wir über die Zukunft: Wie muss sich die Stadt entwickeln?
Hoflehner: Wir brauchen mehr Investitionen in die Infrastruktur unserer Bildungseinrichtungen, wir brauchen mehr Gewicht und finanzielle Anstrengung in den Welser Wohnstadtteilen. Regionale und überregionale Kooperationen auf allen Handlungsfeldern sind ein Gebot der Stunde – und wir müssen klar und deutlich machen, dass wir unsere Verantwortung als Kernstadt tragen. Das gilt gerade auch für den Verkehr: Wels hat das Zeug dazu, eine modellhafte Rad- und Fußgängerstadt im Binnenverkehr, auf der sogenannten „letzten Meile“, zu werden. Der Durchzugsverkehr gehört raus aus der Stadt, der öffentliche Verkehr ausgebaut.
Tips: Kommen wir zum Straßenverkehr: Was passiert in den nächsten Monaten?
Hoflehner: Zunächst gehören die Nachwehen eines langen Winters beseitigt – seien es der Rollsplitt oder auch die Frostaufbrüche auf den Verkehrswegen. Das für das Jahr 2018 beschlossene Verkehrswegebauprogramm wird zügig umgesetzt. Natürlich wird auch das Geschwindigkeitsproblem in Wohngebieten gemeinsam mit der Polizei, Partnern aus dem Öffentlichkeitsarbeitsbereich sowie durch geschwindigkeitssenkende bauliche Maßnahmen weiter bearbeitet, ebenso Sicherheitsfragen speziell im Fußgängerbereich. Besonderes Augenmerk widme ich dem Ideenwettbewerb „Lokalbahnhofgelände“, da in der Ausschreibung auch zukunftsweisendes Parken und nachhaltige Mobilität ein großes Thema sind. Die im Entwurf vorliegenden Welser „Radleitlinien“ sollen ausführlich politisch diskutiert und nach Beschluss den Weg zu einer vereinbarten Welser Radstadt ebnen. Der öffentliche Verkehr wartet noch auf den Sieger aus der laufenden Ausschreibung; hier gibt es eine Reihe von bekannten kurz- und mittelfristig umzusetzenden Maßnahmen.
Tips: Wie wird sich der Verkehr generell entwickeln. Umbau KJ, Stadtplatz, Öffnung Eisenhowerstraße und so weiter?
Hoflehner: Der motorisierte Verkehr steigt insgesamt an, auch in Wels. Das erhöhte Aufkommen von E-Cars, Hybrid- und anderen Alternativtreibstofffahrzeugen wird die Welser Verkehrswelt nicht sofort umkrempeln, aber seinen Teil dazu beitragen. Positiv stimmen mich die Kooperationen mit Umlandgemeinden, die Absichten des Landes in Richtung Gesamtverkehrskonzept Wels/Wels-Land und Radmodellregion Großraum Wels, nicht zuletzt auch ein sehr gelungenes E-Carsharing-Projekt von WelsStrom. In Wels selbst sind wir mit ein paar Themen zwar weitergekommen, aber noch nicht an der Umsetzung angelangt. Ich erwähne hier nur zum Beispiel KJ oder Planungen zur Öffnung der Eisenhowerstraße sowie der Roseggerstraße und die mögliche Umkehrung der Einbahnführung Herrengasse. Hier erwarte ich mir im ersten Halbjahr doch deutliche Klärungen, insbesondere auch politischer Art. Positive Veränderungen sehe ich auch durch die Fertigstellung des Parkdecks Bahnhof Neustadt. Zu guter Letzt: Der Kampf um den Erhalt der Almtalbahn ist noch nicht gewonnen und der Bau des vierten Westbahngleises zwischen Wels und Linz hat leider noch nicht begonnen.


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