„Die Welser Wirtschaft steht auf einem stabilen Fundament“

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Gerald Nowak Gerald Nowak, Tips Redaktion, 19.01.2021 11:50 Uhr

WELS. Der Lockdown ist weiter verlängert worden. Für die Wirtschaft wird es immer schwieriger. Tips hat sich mit Wirtschaftsreferent Peter Lehner (VP) über die aktuelle Situation, aber auch potenzielle Möglichkeiten für die Zukunft unterhalten.

 

Tips: Die wirtschaftliche Lage im Handel ist angespannt. Keiner weiß genau, wie lange der Lockdown geht oder wie viele noch folgen. Beginnen wir mit einem Blick in die Kristallkugel. Wie geht es weiter?

Lehner: Mit jeder einzelnen Impfung kommen wir dem Ende der Pandemie näher. Das sind die guten Nachrichten. Wie lange dies dauert und welche Lockdown-Maßnahmen bis dahin noch erfolgen, ist heute schwer einschätzbar. Ich bin aber vorsichtig optimistisch und zuversichtlich, weil wir gemeinsam mit der Wirtschaft heute schon intensiv am Comeback arbeiten. Während der letzten zehn Monate war es uns immer wichtig, die weitere Entwicklung der Stadt nicht außer Acht zu lassen. Wir haben zukunftsorientierte, innovative und nachhaltige Projekte gestartet, die langfristig positive Auswirkungen haben werden und Perspektiven schaffen. Dazu zählen zum Beispiel die Attraktivierung des Wochenmarktes, die Neugestaltung des Kaiser-Josef-Platz und das Eistrapez.

Tips: Wie ist die Welser Wirtschaft bis jetzt durch die Krise gekommen?

Lehner: Die Welser Wirtschaft steht auf einem stabilen Fundament. Das hat uns die Krise eindrucksvoll gezeigt. Wir haben – wie alle anderen – stark betroffene und getroffene Branchen, Firmen und Unternehmer. Aber das Krisenmanagement hat den Welser Unternehmergeist aufgezeigt. Viele haben rasch reagiert, waren flexibel, haben kreativ neue Geschäftsmodelle oder Vertriebswege entwickelt und können so in der Krise reüssieren. Der Vermietungsgrad von 96,2 Prozent in der Innenstadt bestätigt unsere Strategie, auf Einzelunternehmer und nicht auf Filialisten zu setzen. Es gab 2020 sogar 57 Neueröffnungen und Modernisierungen. Das zeigt den Mut und den Optimismus unserer Unternehmer. Mit 661 offenen Stellen meldet das AMS im Dezember 2020 fünf Prozent mehr offene Stellen im Vergleich zum Dezember 2019. Und 350 freie Lehrstellen stehen 323 Lehrstellensuchenden gegenüber. Das ist eine gute Ausgangslage für die Welser Wirtschaft, um nach der Krise wieder durchstarten zu können.

Tips: Der Vermietungsgrad in der Innenstadt ist ungebrochen hoch. Besteht die Angst vor einer Pleitewelle?

Lehner: Der Vermietungsgrad ist mit 96,2 Prozent rekordverdächtig. Wir liegen im absoluten Spitzenfeld. Das zeigt, wie stabil der Handel und die Wirtschaft in Wels sind. Wie die Auswirkungen tatsächlich auf den Handel in der Welser Innenstadt sein werden, ist heute schwer abzuschätzen. Wie hat sich etwa das Einkaufsverhalten in der Pandemie langfristig verändert? Zuletzt hängt es von den Welsern ab. Ich bin hier sehr zuversichtlich, weil ich die Welser so kenne, dass sie loyal sind, auf Regionalität großen Wert legen und wir uns eigentlich alle wieder freuen, wenn wir persönlich einkaufen gehen und durch eine lebendige Stadt flanieren können.

Tips: Was macht die Stadt als Unterstützung für den Handel in den kommenden Monaten?

Lehner: Der lokale Handel, die Geschäfte, die Boutiquen und Läden sind das Herzstück der Welser Wirtschaft. Das bunte und vielfältige Angebot wird von den Bewohnern, den Umlandgemeinden und Gästen sehr geschätzt und gern genutzt. Diese kreativen und engagierten Handelsunternehmer werden wir mit vielen Marketingaktivitäten unterstützen, die – ergänzend zu den Förderungen des Bundes – wieder Leben in unsere Geschäfte bringen werden, sobald es die Situation zulässt. Die WelsCard, die ein beliebtes Weihnachtsgeschenk war, wird eingelöst werden und es werden weitere Aktivitäten folgen.

Tips: Die Stadt besteht ja nicht nur aus dem Zentrum. Wie können die Stadtteile unterstützt oder wiederbelebt werden?

Lehner: Das Zentrum in Wels hat sich in den vergangenen zehn Jahren unglaublich entwickelt – wir haben in der Politik die richtigen Weichen gestellt und wir haben gemeinsam mit den Welser Unternehmern ein attraktives, lebendiges und lebenswertes Zentrum geschaffen. Auf diese Arbeit und dieses Ergebnis bin ich sehr stolz. Jetzt gilt es nun, dies als Vorbild zu nehmen. Jeder Stadtteil hat seinen Charakter, diesen müssen wir herausstreichen und weiterentwickeln. Das möchte ich als Wirtschaftsstadtrat in den kommenden Jahren zu einer meiner Kernaufgaben machen und gemeinsam mit den Stadtteilen und dem Welser Wirtschaftsservice eine zukunftsorientierte, innovative und nachhaltige Stadtentwicklung vorantreiben. 

Tips: Wie geht es mit der Attraktivierung des Wochenmarktgeländes weiter?

Lehner: Die Planung ist so weit, dass wir aktuell schon viele Einzelaufträge für die Attraktivierung im Stadtsenat vergeben können. Am 8. Februar ist offizieller Beginn der Bauarbeiten und damit der Start eines sehr wichtigen Projektes für die Lebendigkeit unserer Stadt. Der Wochenmarkt ist Treffpunkt, Tradition und ein wichtiger Nahversorger für regionale und qualitativ hochwertige Produkte. Bis zum Spätsommer werden die Umbaumaßnahmen am Marktareal abgeschlossen sein. 

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