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Deutschdefizite bei Volksschülern: Die unterschiedlichen Lehren der Welser Politik

Gerald Nowak, 06.02.2026 11:43

WELS. Eine Auswertung der Statistik Austria hat ergeben, dass der Anteil der Volksschulkinder, die wegen Problemen mit der Unterrichtssprache eine Deutschförderklasse oder -gruppe besuchen mussten, zuletzt mit über 25 Prozent in Wels, am Größten war. Wie reagiert die Politik?

Deutsch lernen: Die Debatte über Sprachförderung in Wels nimmt Fahrt auf. (Foto: adobe.stock.com/MK-Photo)

FP-Bürgermeister Andreas Rabl sieht in den Zahlen ein seit Jahren bekanntes Integrationsproblem. Die Erfolge der Sprachförderung sind bei einer entsprechenden Mitwirkungspflicht der Eltern messbar. „Nichtsdestotrotz sind die veröffentlichten Zahlen schockierend und bestätigen den restriktiven Integrationskurs der FPÖ in Wels“, so der Bürgermeister in einer Aussendung. 50 Sprachpädagogen sind im Einsatz. Es brauche Sanktionen im Integrationsbereich: Verpflichtende Deutsch-Sommerschule im August, Ausdehnung der Kindergartenpflicht für alle Kinder mit mangelhaften Deutschkenntnissen, Sanktionen bis hin zur Streichung der Familienbeihilfe bei Verletzung der Mitwirkungspflicht oder fehlendem Sprachfortschritt.  Die Welser FPÖ kritisiert auch die SPÖ, wegen einer Blockadehaltung bei Maßnahmen.

Der SPÖ-Standpunkt

„Integration entscheidet sich im Klassenzimmer, nicht am Richtertisch. Während Vizebürgermeister Kroiß damit beschäftigt ist, zu überlegen, wie wir die Welserinnen und Welser für Versäumnisse der Stadtpolitik in der Integration bestrafen können, lassen wir hunderte Welser Kinder beim Spracherwerb im Stich. Unsere Anträge für einen Integrationsmonitor und bessere Sprachförderung liegen auf dem Tisch. Wir brauchen eine Strategie, die fördert und fordert, statt nur zu drohen und von der eigenen Konzeptlosigkeit von Rabl und Kroiß abzulenken“, so SPÖ-GR Gloria-Maria Umlauf.

Die Welser Volkspartei

Auf den stark gestiegenen Förderbedarf muss mit der Personalaufnahme reagiert werden. Während im Kindergartenbereich in den Budgetverhandlungen bereits erste Verbesserungen erreicht werden konnten (so wird jeder Kindergarten eine Vollzeitkraft zusätzlich bekommen, was die angespannte Personalsituation vor Ort verbessern sollte), blieben Bemühungen für eine Stärkung des Schulsozialdienstes sowie zu einem Ausbau der Sprachförderung in den Kindergärten bislang leider ohne die notwendige Mehrheit. . Ein wichtiger Schritt dabei ist der Ausbau der Schulsozialarbeit, um Kinder und Jugendliche gezielt auch außerhalb des eigentlichen Lehrbetriebs zu unterstützen. Auch im Bereich der Nachmittagsbetreuung müssen klare Qualitätsstandards festgeschrieben und bei den Ausschreibungen berücksichtigt werden – derzeit entscheidet vielfach allein der günstigste Preis über die Vergabe.

Die Welser Grünen

Neu ist das Thema freilich nicht, meint Stadtrat Thomas Rammerstorfer, aber „weder das Ignorieren der Problematik durch die SPÖ noch die Holzhammer-Methode der Freiheitlichen haben uns weiter gebracht, vielmehr ist Wels beim Thema sogar weiter zurück gefallen. Die `Deutsch ist Pflicht-Parole der FPÖ scheint mehr Ablehnung hervorzurufen denn Motivation zu sein.“

Was fehle, sind niederschwellige Angebote wie Stadtteilprojekte oder Deutschkurse in Sportvereinen oder Jugendzentren, von denen es den Grünen zu Folge ohnehin zu wenig mit noch dazu dürftigen Öffnungszeiten gäbe. Oft sei der Rückzug in die eigene Community die Folge. Die Absonderung der Schüler*innen mit mangelhaften Deutschkenntnissen sei ebenso zu hinterfragen. „Kinder lernen am besten von anderen Kindern“, so Rammerstorfer.


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