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Welser Mobilitätskonzept: "Eisenhowerstraße muss in drei bis fünf Jahren geöffnet sein"

Mag. Ingrid Oberndorfer, 14.04.2026 18:54

WELS. Im Auftrag des Gemeinderates hat die Welser Trafility GmbH in den vergangenen eineinhalb Jahren den Masterplan Gehen & Rad und das Mobilitätskonzept für die Stadt Wels ausgearbeitet. Unter Begleitung der Steuerungsgruppe mit Vertretern aller Parteien und Stakeholdern wie den Wels Linien oder der Wirtschaftskammer liegt damit erstmals seit 30 Jahren ein umfassendes Maßnahmenpaket vor, dessen Vorschläge nun politisch akkordiert, beschlossen und bis spätestens 2040 umgesetzt werden sollen. 

v.l.: Baudirektor Wolfgang Pichler, Bürgermeister Andreas Rabl, Mobilitätsstadtrat Stefan Ganzert und Thomas Kuc von Trafility GmbH präsentierten das Mobilitätskonzept. (Foto: Rene Hauser)

„Es ist ein ehrliches, machbares und vernünftiges Konzept gelungen, in dem 15 Handlungsfelder gut aufgearbeitet sind. Das Mobilitätskonzept ist ein Gesamtbericht und ein Auftrag an die Politik“, ist Mobilitätsstadtrat Stefan Ganzert zufrieden. 

Drei übergeordnete Ziele

Dem Mobilitätskonzept lagen drei Meta-Ziele zugrunde: Die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs, die Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie Aufenthaltsqualität auf öffentlichen Plätzen und die Förderung der aktiven Mobilität, sprich Rad- und Fußverkehr. Die Qualität für den Kfz-Verkehr sollte dabei möglichst erhalten bleiben. 

Für die Erstellung des Konzepts wurde neben einer Grundlagenanalyse auch die Ergebnisse einer Umfrage unter den Bürgern berücksichtigt. Die 15 Fokusfelder die definiert wurden, wurden dann in die Gruppen Zentrum, Öffentlicher Verkehr, Rad & Schule sowie motorisierter Individualverkehr unterteilt. 

„Die eine Lösung gibt es nicht“

„Die eine Einzelmaßnahme die alles löst, die gibt es nicht“, stellt Mobilitäts-Experte Thomas Kuc von Trafility klar. „Es gibt viele Ideen, die man noch einmal vernünftig und vor allen Dingen nicht isoliert betrachten muss“, so Kuc bei der Pressekonferenz zum Mobilitätskonzept. 

Alle Fraktionen für Öffnung der Eisenhowerstraße

Nichtsdestotrotz: „Die Hauptmaßnahme ist die Öffnung der Eisenhowerstraße, die auch alle Fraktionen im Gemeinderat unterstützen“, erklärt Verkehrsstadtrat Stefan Ganzert.

Die Öffnung in beide Fahrtrichtungen muss allerdings in Abstimmung mit dem Land Oberösterreich als Erhalterin erfolgen und würde den Verkehr dort sowie auf der Salzburger- und der Dr. Groß-Straße bündeln. Entlastet würden dadurch neben der Innenstadt konkret auch die Schubert-, Bahnhof- und Maria-Theresia-Straße. Gleichzeitig könnten in den Spitzenstunden Überlastungen auftreten.

Uneinigkeit bei Ringsstraßensperre

Eine Ringstraße ohne oder mit sehr reduziertem Kfz-Verkehr würde auch die Maria-Theresia-Straße entlasten und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt generell erhöhen. Als Nachteil könnten unerwünschte Verlagerungseffekte auf die Schubert-, Volksgarten-, Kolping- und Pollheimerstraße auftreten. 

Während bei der Eisenhowerstraße politischer Konsens herrscht, ist unter anderem auch Bürgermeister Andreas Rabl skeptisch, was die Verkehrsberuhigung in der Ringstraße angeht. „Aber die Eisenhowerstraße muss in drei bis fünf Jahren geöffnet sein“, gibt Rabl einen Zeithorizont vor. 

Umsetzung bis 2040

Grundsätzlich geht in der Umsetzung des Mobilitätskonzept „nichts von heute auf morgen“, betont Ganzert. Der Großteil soll bis 2040 umgesetzt sein.

Eine neue Nordtangente, die die aktuellen Ost-West-Verbindungen wie Eferdinger-, Grieskirchner-, Wallerer-, Römer- oder Oberfeldstraße entlasten soll, wird die größte Maßnahme sein. „Das ist ein Mega-Verkehrsprojekt wo wir ein Planungsübereinkommen mit dem Land brauchen und das wird sicher keine schnelle Lösung sein“, so Rabl. In der Oberfeldstraße den überlasteten Knoten mit der B137 Innviertler Straße zu entlasten und damit die Verkehrssicherheit zu erhöhen, wird da schneller gehen. 

„S-Bahn wird kommen“

In den Bereich Öffentlicher Verkehr fallen die neuen S-Bahn-Haltestellen in Wels. „Da sind die ÖBB schon sehr weit, was die Eintaktung angeht, aber die Errichtung wird noch dauern, vor allem von Wels nach Lambach mit den schwierigen Über- und Unterführungen. Aber die S-Bahn wird kommen“, verspricht der Bürgermeister. 

Entschärfung vor Schulen

Ein großes Thema, das in der Umfrage eher schlecht abgeschnitten hat, ist der Radverkehr. Im Bereich „Rad und Schule“ sollen vorrangig Verbesserungen beim direkten Schulumfeld gesetzt und Konfliktpunkte am Schulweg entschärft werden. 

108 bauliche Maßnahmen für „Gehen &Rad“

Der Masterplan „Gehen & Rad“ soll als Werkzeug für die tägliche Arbeit der zuständigen Mitarbeiter der Stadt dienen und hat insgesamt 108 bauliche Maßmaßnahmen aufgelistet, die wie der Aus- beziehungsweise Neubau des Geh- und Radweges in der Gaswerkstraße zum Teil auch kurzfristig umgesetzt werden können.  

Zeitleisten erstellen und budgetieren

„Der nächste Schritt wird sein, die Vorschläge zu clustern und zu schauen, wo es einen politischen Konsens gibt. Sobald es eine Einigung gibt, soll es Beschlüsse im Gemeinderat geben und dann können wir die Maßnahmen in Zeitleisten eintragen, weil man muss das schließlich auch finanzieren“, erklärt Rabl die weitere Vorgehensweise.

Das Mobilitätskonzept als Ganzes wird nicht vom Gemeinderat beschlossen, weil es nur ein Maßnahmen-Vorschlagskonzept ist. Für die einzelnen Maßnahmen und die Masterpläne braucht es aber sehr wohl Beschlüsse. 


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