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Wieselburg. Mit den Vorarbeiten zur Umfahrung gehen derzeit auch in Absprache mit dem Bundesdenkmalamt im Gebiet der Trassenführung geplante archäologische Grabungen einher. Tips-Redakteurin Ariane Zeilinger begleitete den archäologischen Projektleiter Gottfried Artner zur Begutachtung der Grabungsstelle.

Die Archäologen legten unter anderem einen Brunnen aus Stein frei. Fotos: Zeilinger
  1 / 8   Die Archäologen legten unter anderem einen Brunnen aus Stein frei. Fotos: Zeilinger

„Durch Vorerhebungen, die etwa durch Luftbildaufnahmen, Begehungen oder naturwissenschaftliche Messmethoden durchgeführt wurden, wurden Flächen definiert, an welchen weitere Voruntersuchungen stattfinden. Diese sogenannten Verdachtsflächen wurden zum Teil geöffnet, um die Annahme eines archäologischen Fundes an den Stellen zu belegen oder zu widerlegen, beziehungsweise um Ausdehnung und Erhaltungszustand der Fundstelle genauer fassen zu können“, erklärt Gottfried Artner. Anschließend an die Voruntersuchung folgen Rettungsgrabungen, die die Dokumentation der Gebäude und Objekte im Bereich der Trassenführung sicherstellen soll.

Grabungen in Wieselburg

Die Grabungsstelle liegt etwa 20 Zentimeter unter der nun abgetragenen Humusschicht. Artner verwies an dieser Stelle darauf, dass das Bodenniveau sich an der Grabungsstelle nicht deutlich vom heutigen unterschied, was typisch für die Region ist.

„An dieser Stelle befinden wir uns in der Schlussphase der Voruntersuchung eines spätrömischen Gutshofes, einer sogenannten villa rustica“, so Gottfried Artner

„Die Grabungsarbeiten in diesem Teil der villa rustica sollen mit Ende des Jahres abgeschlossen sein“, schildert Artner zum aktuellen Stand und ergänzt, „an dieser Stelle war es sinnvoll, die Stelle gleich zu öffnen. An anderen Stellen kann mit der Grabung auch zu einem späteren Zeitpunkt begonnen werden.“

Weitere Funde

Vor Ort an der Grabungsstelle wurden Brunnen freigelegt, zum einen aus Stein und zum anderen aus Holz. Ebenso wurden ehemals eingeschlagene Holzpfosten nachgewiesen, die auf die Existenz eines Hauses hindeuten. Die Archäologen konnten vor Ort im Zuge der Grabungen ebenso Tonscherben und Gefäße sicherstellen. Um genauere Anhaltspunkte für eine zeitliche Einordnung zu finden, müssen diese allerdings jedoch noch gewaschen und analysiert werden. „Ebenso charakteristisch für den Ort der Grabung ist, dass es sich hauptsächlich um Erdbefunde und kaum um Steinbefunde handelt“, so Artner.

Bedeutung der archäologischen Arbeit

„Wir graben alles – denn jede zeitliche Periode ist wichtig. Die Archäologie ist eine Art Grundlagenerfassung“, so Artner und ergänzt abschließend, „durch Grabungen erfahren wir auch über das gesellschaftliche Leben aus vergangenen Jahrunderten. Die Industriearchäologie gibt beispielsweise Aufschlüsse über verschiedene berufliche Tätigkeiten, wie etwa über die Arbeit eines Glasbläsers aus dem 17., 18. oder 19. Jahrhundert. Aber auch in Zeiten wie diesen, in denen wir denken alles zu wissen, bringt die Weltkriegsarchäologie immer wieder neue Informationen zu dieser Zeit zutage.“

Keine Auswirkungen auf den Bau der Umfahrung

„Die Zusammenarbeit mit den Archäologen funktioniert immer sehr gut. Der Bau der Umfahrung wird durch die Grabungen nicht verzögert, da diese bereits im Vorfeld der Arbeiten geschehen und eingeplant sind“, betont Gerhard Fichtinger von der Abteilung Allgemeiner Straßendienst des Landes Niederösterreich.


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