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WILHERING. Der Bürgermeister von Wilhering heißt seit 1997 Mario Mühlböck (SP). Der Ortschef hat keine Angst davor, neue Wege zu gehen. Wilhering ist Pilotregion und Vorreiter in vielen Belangen, nicht zuletzt im Bereich der Bürgerbeteiligung. Vermutlich mit ein Grund, warum ihn die Wilheringer schon in drei Direktwahlen zum Bürgermeister gewählt haben.

Bürgermeister Mario Mühlböck (SPÖ)
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Tips: Wie läuft der Bau des neuen Gemeindezentrums?

Mühlböck: Der Bau hat sich leider durch den Konkurs der Firma GLS mehr verzögert als erwartet. Wir sind gerade bei der Inneneinrichtung und Fertigstellung der Außenanlagen. Dabei wird darauf geachtet, dass die Fläche multifunktional genutzt werden kann, etwa für einen kleinen Markt. Die Schlüssel sollten wir Anfang November bekommen. Eine offizielle Eröffnung werden wir in der wärmeren Jahreszeit mit einem Fest für alle Bürger veranstalten.

Tips: Gibt es sonst noch größere Bauvorhaben/Projekte?

Mühlböck: Da ist die Orts- und Dorfentwicklung in Schönering. Dort werden Miet- und Eigentumswohnungen im Ortszentrum errichtet. Eine ideale Lage, denn die Kinderbetreuungseinrichtungen, Ärztin, Apotheke, Kirche, Schule, Nahversorger, Bushaltestelle – alles findet sich im engsten Umkreis. Gleichzeitig wird der Dorfplatz angrenzend an den bestehenden „Grünen Dorfplatz“ neu gestaltet. Bei diesem Vorhaben wird ebenfalls stark auf die Mehrzweckfläche im Ortskern geachtet. Vom Dorffest bis zum Weihnachtsmarkt soll dort alles stattfinden können. Dann geht es in Richtung Umbau der alten Hauptschule in eine neue Volksschule.

Tips: Wilhering ist eine beliebte Wohngemeinde. Wie geht die Gemeinde mit dem Zuzug um?

Mühlböck: Die Nachfrage nach Grund ist groß. Im Leitbild steht, dass wir nur noch behutsam wachsen wollen. Das halten wir in den letzten Jahren ganz gut. Wir haben uns bei rund 6000 Einwohnern eingependelt. Der starken Nachfrage der heimischen Bevölkerung nach leistbaren Miet- bzw. Eigentumswohnungen wird Rechnung getragen. Kürzlich wurden neue Mietwohnungen der „Neuen Heimat“ in Schönering übergeben. Wir verfolgen dabei genau, ob die Infrastruktur, wie Kindergärten und Schulen, das alles bewerkstelligen kann.

Tips: Wilhering hat ein tolles Pilotprojekt mit dem Frauenrat gestartet. Wo ist die Marktgemeinde noch Vorreiter?

Mühlböck: Wilhering war unter den ersten zehn Gemeinden bei „Gesunde Gemeinde“, wir sind Jugendfreundliche Gemeinde, Familienfreundliche Gemeinde, Lokale Agenda 21 Gemeinde (wieder unter den ersten zehn Österreichs), umweltfreundliche Gemeinde und vieles mehr. Viele Institutionen oder auch das Land OÖ fragen bei uns an, wenn es darum geht, neue, innovative Projekte auszuprobieren. Wir waren auch Vorreiter bei der Bürgerbeteiligung. So wurde etwa der Dorfplatz in Dörnbach mit Bürgerbeteiligung gestaltet.

Tips: Was sind die größten Herausforderungen?

Mühlböck: Der Zuzug und die gute Ausbildung der arbeitenden Menschen, also der Eltern, verlangt uns in der Kinderbetreuung alles ab. In einer Schule benötigen von 23 Schulanfängern 22 eine Nachmittagsbetreuung. Beinahe jedes Jahr muss eine neue Krabbelstuben-, Kindergarten- oder Hortgruppe eröffnet werden.

Tips: Mit welchen Gefühlen gehen Sie in die Nationalratswahl?

Mühlböck: Im letzten Jahr haben Kern und Mitterlehner viel weitergebracht. Eine Neuwahl hätte nicht sein müssen. Die Menschen sehnen sich nach Frieden und wollen keine Streitigkeiten. Es soll gearbeitet werden. Ich bin mir sicher, die Menschen lassen sich nicht blenden und werden die sachliche Arbeit eines Bundeskanzlers Christian Kern belohnen.


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