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WINDHAAG. Soziale Kompetenzen fördern, kognitive Fähigkeiten anregen, Grob- und Feinmotorik verbessern oder die Konzentration und Ausdauer fördern – die tiergestützte Intervention wird in vielen Bereichen eingesetzt.

  1 / 6   Bei der tiergestützten Intervention kann man entspannen, das Selbstbewusstsein stärken, Aggressionen abbauen und Vertrauen schenken.

Ein Kind liegt auf dem Bauch und das Kaninchen hoppelt langsam über den Rücken. Dabei entspannt das Kind, kommt zur Ruhe. Danach werden Übungen mit dem kleinen Tier gemacht. Ein anderes Kind steht auf der Weide. Ein Alpaka nähert sich langsam an. Haben sich das Tier und das Kind aneinander gewöhnt, werden gemeinsam Parcours gegangen oder Wanderungen unternommen. Eine Kindergruppe veranstaltet ein Wettrennen mit Ziegen, um die motorischen Fähigkeiten zu verbessern: All das wird bei der tiergestützten Intervention am Alpakapoint Pointner gemacht.

Viele Einsatzgebiete

„Tiere sind gute Co-Trainer. Kinder und Erwachsene reagieren intuitiv auf die Tiere“, erklärt Renate Pointner, Fachkraft für tiergestützte Intervention. „Mit Tieren macht das Lernen und Üben gleich mehr Spaß.“ Die Krankenschwester Renate Pointner war zehn Jahre lang in der Altenpflege tätig und arbeitet bereits seit zehn Jahren mit Wachkoma- und Schlaganfall-Patienten im Krankenhaus. Vor drei Jahren hat sie dann die Ausbildung zur Fachkraft für tiergestützte Intervention gemacht. Anwendungsfelder für diese Art der Intervention und Interaktion gibt es viele. Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, Schlaganfallpatienten, die Sprachprobleme, feinmotorische Defizite oder Empfindungsstörungen haben, hyperaktive Kinder oder Menschen mit geringem Selbstwertgefühl – an all diesen Defiziten wird mit der tiergestützten Intervention gearbeitet. „Alpakas sind Fluchttiere und eignen sich beispielsweise gut für unruhige oder hyperaktive Kinder“, sagt Pointner. „Solange die Kinder nicht ruhig werden, kommen die Alpakas nicht auf sie zu. Die Kinder bemerken das und werden automatisch ruhig.“ Ist der Kontakt mit den Alpakas erst einmal hergestellt, werden viele verschiedene Übungen durchgeführt. „Kinder mit Sprachproblemen oder einer Entwicklungsverzögerung haben oft auch ein geringes Selbstwertgefühl“, erklärt Pointner. „Durch die Erfolgserlebnisse mit Tieren wird zusätzlich das Selbstbewusstsein gestärkt.“ Vor allem für Menschen mit Sprachproblemen hat die Intervention mit Tieren einen weiteren Vorteil: Tiere reagieren auf Körpersprache. Bei kleinen Kindern oder auch Schlaganfallpatienten mit Empfindungsstörungen setzt Pointner gerne Kaninchen bei der Intervention ein. Je nach Defizit spricht sich Pointner auch mit Ergo-, Logo- oder Physiotherapeuten ab. Zu Beginn der Intervention werden die Ziele immer gemeinsam mit den Betreuungspersonen oder den Klienten besprochen.

Alpakas, Kaninchen und Ziegen

Insgesamt gibt es auf dem Hof fünf ÖKL-zertifizierte Alpakas, sechs Kaninchen und zwei Ziegen, die bei der tiergestützten Intervention zum Einsatz kommen. „Mittlerweile gebe ich auch Workshops für Kinder ohne bekannte Defizite. Viele wollen einfach gerne mit Tieren arbeiten“, sagt Pointner. Das entspannt und hat viele weitere positive Auswirkungen. Wissenschaftliche Studien zeigen beispielsweise, dass die Arbeit mit Tieren positive Auswirkungen auf den Blutdruck, die Pulsfrequenz und das Wohlbefinden hat. Sie trägt auch zur Stressreduktion bei und wirkt antidepressiv.“ Infos auf www.alpakapoint.at


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