Hundertjährige aus Windhaag: "Zum Geburtstag wünsche ich mir nur Gesundheit"
WINDHAAG. 100 Jahre alt werden, ohne auch nur eine einzige Tablette nehmen zu müssen, das macht Anna Zita Laßlberger aus Prendt keiner so schnell nach. Am 6. Februar feiert die hochbetagte Jubilarin ihr dreistelliges Jubiläum. Tips erzählte sie zu diesem Anlass aus ihrem langen Leben.

Als Anna Laßlberger am 6. Februar 1918 im ersten Weltkrieg als lediges Kind geboren wurde, konnte ihre Mutter nicht für sie sorgen. Auch ihren leiblichen Vater hat Anna Laßlberger nie kennen gelernt. Sie wurde in der Ortschaft Viehberg, Gemeinde Sandl, von einer Frau aufgezogen, die sich auch anderer Kinder annahm, die sonst niemanden hatten.
Keine einfache Kindheit
„Als ich in die Schule gekommen bin, hat mich eine Familie in Obernschlag aufgenommen“, erinnert sich die 100-Jährige. Als „Hiatermensch“ musste sie dort das Vieh hüten, ihre Kindheit beschreibt sie so: „Man hat sich halt durchigfrett. Sie haben mir schon zu verstehen geben, dass ich nicht ihr Kind bin.“
Geheiratet hat die damals 21-jährige Anna im Jahr 1939 den Sohn vom Wirt Laßlberger in Obernschlag – im Alter von nur 51 Jahren wurde sie Witwe. Sechs Kinder hat die Windhaagerin auf die Welt gebracht – zwei Söhne und vier Töchter. Zwei ihrer Kinder hat die 100-Jährige schon überlebt. Sie starben krankheitsbedingt im Seniorenalter.
Nach Sturz im Rollstuhl
„Ihr Mann war Polier bei einer Baufirma. Unter der Woche war sie mit den sechs Kindern und der ganzen Arbeit auf sich alleine gestellt. In den 50er-Jahren haben die beiden dieses Haus – damals noch mit Strohdach und sehr baufällig – hier in Prendt gekauft“, hilft Schwiegertochter Barbara Laßlberger beim Erzählen ein bisschen aus. Mit dem Gehör und den Augen der Hundertjährigen steht es nicht mehr zum Besten, geistig ist sie aber noch gut beieinander. Barbara Laßlberger ist es auch, von der die Hundertjährige seit zehn Jahren zuhause gepflegt wird. Seit einem Oberschenkelhalsbruch vor einem Jahr sitzt die Seniorin im Rollstuhl.
Socken stricken geht leider nicht mehr
„Früher hat sie so gerne gelesen und Socken gestrickt oder ferngesehen. Das geht wegen der schlechten Augen leider alles nicht mehr“, bedauert die Schwiegertochter. „Sie lebt viel in der Vergangenheit. Denkt nach und erzählt, wie früher alles war“, sagt Barbara Laßlberger mit einem liebevollen Blick auf die Schwiegermutter.
Rezept für ein langes Leben: „Viel arbeiten und g'sund leben“
Dass sie bald einhundert Jahre alt wird, dafür hat Anna Laßlberger ein einfaches Rezept: „Viel arbeiten und g´sund leben.“ Nicht ein einziges Medikament muss die hochbetagte Windhaagerin einnehmen – dann und wann ein Aspirin gegen Kopfschmerzen ist schon das höchste der Gefühle.
„Die Oma war ihr ganzes Leben lang gesund und hat, solange es gegangen ist, hart gearbeitet. Sie hat Reisig gehackt und ist zu den Bauern heuen und Erdäpfel klauben gegangen.“
55 Enkel, Ur- und Ururenkerl
Zum 100. Geburtstag am Dienstag wollen sich der Musikverein und der Bürgermeister einstellen, und auch die Großfamilie wird gratulieren. Besser gesagt, Teile davon, denn alle hätten in der kleinen Wohnung von Anna Laßlberger gar nicht Platz. Hat die Jubilarin doch sage und schreibe 24 Enkerl, 30 Urenkerl und ein Ururenkerl. Zum Geburtstag am 6. Februar wünscht sich die Zeit ihres Lebens bescheidene Hundertjährige nur eines: Gesundheit.


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