Heinz Graser: „Man hat gespürt, dass man beobachtet wird“

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Mag. Michaela Maurer Mag. Michaela Maurer, Tips Redaktion, 14.09.2019 09:03 Uhr

WINDHAAG. Heinz Graser hat 19 Jahre lang als Vize-Bürgermeister bei der Entwicklung der Gemeinde mitgeholfen und war lange Obmann des Mühlviertler Waldhauses. Heute ist er im Ruhestand und hilft als Waldluftbademeister anderen dabei, sich aus dem hektischen Alltag zurückzuziehen und zu entspannen.

„Ich bin eher der redselige Typ und habe immer gerne Kontakt mit Menschen gehabt“, sagt Graser über sich selbst. In seiner Funktion als Vize-Bürgermeister war er immer bei vielen Veranstaltungen und bei vielen Bauprojekten dabei. Graser ist schon jung in die Politik reingewachsen und war 30 Jahre lang im Gemeinderat tätig. Zu seinen Aufgaben zählten auch Flächenwidmungen, Kanalbauten, Sanierung der Kläranlage, Erhaltung der Infrastruktur, die große Schulsanierung und die laufende Erhaltung der Wegenetze.

Grenz-Erfahrungen

Als Landwirt hat Graser viel im Wald gearbeitet und war auch gemeinsam mit seinem Vater in der Forstverwaltung Sandl tätig. Später hat er die Forstarbeiten in Sandl mit zwei Freunden weitergeführt. Graser kann sich noch gut an die Arbeiten in den Wäldern nahe der Grenze vor dem Fall des Eisernen Vorhangs erinnern. „Hin und wieder hat man gemerkt, dass da Soldaten im Wald an der Grenze waren. Gesehen hat man sie kaum, aber man hat gefühlt, dass man beobachtet wird und manchmal hat man ein Rascheln wahrgenommen“, schildert Graser. „Selten hat man auch tschechische Forstarbeiter auf der anderen Seite der Grenze gesehen, die waren immer in Begleitung des Militärs. Und wenn sie uns gesehen haben, dann sind sie am nächsten Tag nicht wieder gekommen. Sie haben gewartet, bis wir fertig sind und haben dann erst ihre Arbeit fortgesetzt.“

Wissen weitergeben

Durch die Forstarbeit entstand eine Verbundenheit mit der Natur und er hat sich viel Wissen über den Wald angeeignet, dass er bei Führungen im Mühlviertler Waldhaus weitergegeben hat. Als Obmann des Vereins Mühlviertler Waldhaus war er auch bei der Organisation der beiden Sonderausstellungen „Geschichte über Windhaag“ von Gerhard Eilmsteiner und die Energieausstellung beteiligt. „Die Ausstellung von Eilmsteiner hat mein Interesse an Geschichte und dem Nachforschen geweckt“, sagt Graser, der heute Obmann des Green Belt Centers in Windhaag ist und auch hier Führungen gibt.

„Den Wald neu entdecken“

Mittlerweile hat Graser seinen Hof bereits an seinen Sohn übergeben. Im Ruhestand hat er nun die Ausbildung zum Waldluftbademeister gemacht. „Es geht dabei darum, den Wald mit allen Sinnen zu erleben. An Kiefer- oder Tannennadeln zu riechen, dem Zwitschern der Vögel zuzuhören und den rauschenden Wind zu spüren. Einfach einmal runterkommen und dabei entspannen.“ Graser bietet bei seinen Führungen durch den Wald zwei verschiedene Routen an, zeigt Kraftplätze und erzählt dabei auch Geschichten über besondere Plätze und Sagen. „Ich will den Leuten einen neuen Zugang zum Wald ermöglichen. Die Erwachsenen können beim Legen eines Naturmandalas wieder ihre Kreativität entdecken oder Gegenstände in der Natur wieder mit einer kindlichen Neugierde entdecken.“ Graser war auch lange im Pfarrgemeinderat und 25 Jahre lang am Schlagzeug im Musikverein tätig. „Heute helfe ich bei der Musik nur mehr aus, wenn Not am Mann ist.“

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