Diskussion über "Klimafitte Mischwälder"
BEZIRK. Die Klimawandel-Anpassungsmodellregion Amstetten lud zur Podiumsdiskussion „Klimafitte Mischwälder“ in den Plenkersaal Waidhofen ein, um Fragen zur Herausforderung der Klimakrise auf heimische Wälder zu beantworten.

Die steigenden Temperaturen setzen nicht nur Menschen, sondern auch den Wäldern und den darin lebenden Tieren zu. Die mittlere Jahrestemperatur in der Region lag zwischen 1971 und 2000 bei 8.0 Grad Celsius. Messdaten zeigen, dass die Temperatur kontinuierlich steigt und alleine das Jahr 2018 bereits 2,5 Grad über dem langjährigen Mittelwert liegt. Ohne Anstrengungen im Klimaschutz wird es einen Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts um etwa 4 Grad geben.
Unmittelbare Auswirkungen
„Diese Erwärmung wirkt sich unmittelbar und sichtbar auf unsere Wälder aus. So steigt einerseits das Dürrerisiko und damit einhergehend die Waldbrandgefahr. Andererseits steigt der Schädlingsdruck durch beispielsweise Borkenkäfer, die die Fichtenbestände in der Forstwirtschaft deutlich reduzieren und in Mitleidenschaft ziehen. Ohne proaktive Gegenmaßnahmen zur nachhaltigen Sicherung unserer Wälder laufen wir Gefahr, den Wald in seiner Vielfalt wie wir sie kennen, zu verlieren“, betont LAbg. Bürgermeister Anton Kasser vom GDA.
Konkrete Maßnahmen
Genau diese proaktiven Gegenmaßnahmen zur Sicherung und nachhaltigen Bewirtschaftung der Waldbestände wurden im Zuge der Podiumsdiskussion von namhaften Experten anhand von konkreten Beispielen erklärt. Die oftmals vorherrschenden Fichten-Monokulturen wie sie in der Nachkriegszeit in ganz Österreich kultiviert wurden, sind besonders anfällig für Hitzeschäden und müssen mit unterschiedlichen Laubbäumen wie Buche oder Eiche durchmischt werden, um die Widerstandsfähigkeit der Wälder für zukünftige Generationen gewährleisten zu können.
Naturbelassene Wälder
Auch spielen naturbelassene und forstwirtschaftlich nicht genutzte Wälder, wie sie aktuell rund um den Buchenberg in Waidhofen etabliert werden, eine wichtige Rolle die Waldgesundheit, die Artenvielfalt und nicht zuletzt auch die Erholungsfunktion für die Bevölkerung langfristig zu sichern.
Verantwortungsvolles Miteinander
Darüber hinaus wurde auch die Wichtigkeit eines verantwortungsvollen Miteinanders aller Interessensgruppen wie Forstwirte, Waldbesitzer und der Bevölkerung betont. Die Experten Eduard Hochbichler von der Universität für Bodenkultur, Robin Sandford als Wildtierbiologe., Nina Schönemann, vom Wildnisgebiet Dürrenstein sowieAndreas Purt als Vertreter des Mostviertel Tourismus standen dem Publikum Rede und Antwort.


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