Brandkrustenpilz: Drei Linden mussten gefällt werden
WAIDHOFEN/YBBS. Im Jahr 1898 pflanzte der damalige Verschönerungsverein anlässlich des 50-jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph 150 Linden, bekannt als Pocksteiner Allee.

Die 125 Jahre alten Linden werden jährlich durch Georg Brenn einer eingehenden Sichtkontrolle unterzogen. Dabei stellte der Waidhofner Stadtförster eine Schädigung durch einen Schmarotzer fest. „Aus diesem Grund haben wir einen Baumsachverständigen hinzugezogen, der eine exakte Dichtemessung der Linden vorgenommen hat“, erklärt Brenn. „Schließlich sollen ja keine gesunden Bäume gefällt werden. Irreführend bei der Pilzerkrankung ist, dass der Pilz den Baum zwar von innen verfaulen lässt, er aber durch eine volle Belaubung und schöne Krone von außen gesund wirkt.“
Ursache Brandkrustenpilz
Ausgelöst wurde die Moderfäule vom Brandkrustenpilz, erkennbar ist dieser an den Pilzfruchtkörpern an der Rinde. „Durch die Beeinflussung des Menschen, sei es durch radikale Kappung der Kronen, wie sie in den 70er-Jahren erfolgt ist, oder durch Straßenbau und Salzstreuung, entstehen an den Bäumen kleine Verletzungen, sozusagen Eintrittspforten, die das Eindringen von Bakterien und Pilzen erleichtern“, so Brenn weiter. Durch den Schmarotzer verliert der Baum an Tragkraft und Vitalität. Der aggressive Holzschädling zersetzt schließlich den Stamm von innen. Die drei gefällten Linden werden bereits im Herbst nachgesetzt.


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