Bürgermeister-Interview: "Beim Traktorfahren fallen mir die besten Ideen ein"
ZWETTL. Zwettls Bürgermeister Franz Mold (ÖVP) ist seit einem Jahr im Amt und zieht Resümee: „Bis jetzt bin ich mit der Aufgabe als Bürgermeister positiv überrascht. Der Kontakt und die Gespräche mit den Menschen waren bis jetzt immer angenehm, natürlich auch herausfordernd, aber es waren immer konstruktive Begegnungen.“

Tips:Wie sind Sie in die Politik gekommen?
Mold: Mein Einstieg war über einen Redewettbewerb der VP-Landjugend. Dann bin ich Kassier und Obmann geworden und 1990 bei der Landwirtschaftskammer-Wahl als Bauernbundkandidat aufgestellt worden. 1995 habe ich den Bezirksobmann des Zwettler Bauernbundes übernommen, als Franz Pruckner die Funktion abgegeben hat. Folglich kam ich dann auch in den Gemeinderat und 2006 wurde ich Stadtrat, als Konrad Kurz die Funktion abgegeben hat und seit 2008 bin ich im Landtag.
Tips:In welchen Bereichen punktet die Stadtgemeinde besonders?
Mold: Auf das was wir besonders stolz sein können, ist, dass wir nach wie vor viele Geschäfte in Zwettl haben, das hören wir von außerhalb immer wieder. In dem einen Jahr, in dem ich Bürgermeister bin, hab ich mir die Innenstadt besonders zum Herzen genommen. Der Start-Up-Wettbewerb war der erste Beschluss in meiner Zeit als Bürgermeister und ich war von Anfang an überzeugt von der Idee. Die ist auch sehr gut angenommen worden. Die Innenstadt hat man wieder positiv ins Gerede gebracht. Zwei davon haben die Idee noch während des Wettbewerbs umgesetzt. Gerade mit diesem Bewerb hat man ein Zeichen gesetzt, dass uns die Innenstadt wichtig ist und wir auch in Zukunft ein reges Geschäftsleben haben.
Tips:Gibt es schon Überlegungen zur Gestaltung der Hamerlingstraße?
Mold: Im Zuge der Verkehrskonzept-Diskussion wird das erst konkretisiert. Vorerst wird die Untere Landstraße fertiggestellt. Dort wurde im Vorjahr für Wasser und Kanal aufgegraben – die ist jetzt ein „Fleckerlteppich“ und muss neu gestaltet werden, und zwar vom Cafe Süd bis zur Ampel. Als nächstes wird dann wahrscheinlich die Hamerlingstraße in Angriff genommen werden. Mit den Eigentümern ist schon vielfach darüber gesprochen worden, aber die Endversion steht noch aus.
Tips:Wie sieht es mit der Entwicklung der Bevölkerungszahl in der Gemeinde Zwettl aus?
Mold: Die ist leider nicht so positiv – mehr Todesfälle als Geburten. Was uns fehlt sind Arbeitsplätze für alle ab Matura aufwärts. Viele sind dazu gezwungen zu pendeln und wandern eventuell dann gleich ab. Und im Handwerksbereich suchen fast alle Branchen mehr Leute als auf der Suche sind.
Tips: Welche Projekte beschäftigen derzeit die Gemeinde?
Mold: Nächstes Jahr wird die Untere Landstraße fertig und bald ein neuer Turnsaal für die Mittelschule für Sport und Wirtschaft gebaut. Diese hat einen riesigen Zulauf. Ein Projekt, für das sich die Gemeinde immer eingesetzt hat, ist, dass die Krankenpflegeschule in Zwettl erhalten bleibt und nun der Spatenstich für den Neubau erfolgt.
Tips:Was sind Ihre Ziele als Bürgermeister?
Mold: Stadt und Land – Hand in Hand! Dass man es immer wieder schafft, dass sowohl die Leute in der Stadt, als auch die Leute am Land das Gefühl haben, dass sie nicht benachteiligt werden. Eine wichtige Herausforderung ist Bauland für Betriebe und für junge Familien anzubieten, damit diese ihren Lebensmittelpunkt hier gestalten können. Kinderbetreuung, Kindergarten und Schulen sind ein Thema, wir bemühen uns, diese in den Orten zu erhalten. Eine Voraussetzung ist, dass es natürlich Kinder gibt. Wir denken auch darüber nach, in Ortschaften für ältere Menschen, die kein Fahrzeug haben, eine öffentliche Mobilität anzubieten. Die Vereine sind uns ein großes Anliegen. Alleine die Sportvereine in der Gemeinde haben rund 2.800 Mitglieder. Die 26 Feuerwehren haben 1.100 Mitglieder, das heißt, dass jeder zehnte Gemeindebürger eigentlich Feuerwehrmitglied ist. Dass die Leute sich ehrenamtlich einbringen ist in der Stadt wichtig und auch in den Dörfern, sonst würde sich in manchen Ortschaften nichts mehr tun.
Tips:Was machen Sie abseits Ihres Bürgermeister-Amtes?
Mold: Es bleibt gerade wenig Zeit. Ich habe aber eine Landwirtschaft, da betreibe ich Ackerbau, das habe ich immer gerne gemacht. Ich fahre sehr gerne mit dem Traktor, denn da fallen mir oft die besten Ideen ein.


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