Ärger wegen Zwettler Postverteilerzentrum

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Victoria  Preining Victoria Preining, Tips Redaktion, 06.04.2020 17:21 Uhr

ZWETTL AN DER RODL. Im Fall der Corona-Erkrankungen im Postverteilerzentrum Zwettl an der Rodl hagelt es am Montag scharfe Kritik von Seiten der SPÖ. Die Bezirkshauptmannschaft verteidigte indes ihr Vorgehen und stellte den genauen Vorgang klar. 

Laut der Aussendung von SPÖ-Bezirksparteiobmann Alois Stöger wurde am 28. März eine Person im Postverteilerzentrum Zwettl/Rodl positiv auf das Corona-Virus getestet. Daraufhin habe es aber keine weiteren Testungen bei der Belegschaft gegeben. Auch seien keine Personen in Quarantäne geschickt worden.

Tests erst bei Symptomen

Von Seiten der Bezirksverwaltungsbehörde wurde dies, laut Aussendung, damit begründet, dass erst beim Auftreten von Symptomen getestet wird. Was im weiteren Lauf der Woche auch geschehen sei. Weitere Tests wurden aber erst – so heißt es von Seiten der Gewerkschaft – durchgeführt, nachdem die Post Druck auf die Behörde ausgeübt habe. Mehr als die Hälfte der Tests seien dann ein positiv ausgefallen. „Die Behörde hat hier völlig versagt. Warum waren die Mitarbeiter weiter im Dienst und wurden nicht in Quarantäne geschickt? Das ist fahrlässig“, kritisiert Stöger scharf. 

Die Post gelte als „kritische Infrastruktur“, die laut Stöger sichergestellt werden müssen. Stöger warf der Behörde desweiteren vor, die Gesundheit der Mitarbeiter aufs Spiel gesetzt zu haben. Auch der Zwettler SPÖ-Vorsitzender zeigte sich verärgert: „Urfahr-Umgebung ist einer der Bezirke, die am meisten betroffen sind. Ich kann nicht verstehen, wie man gerade hier so sorglos mit der Situation umgehen.“

Stöger verwies auch auf die Vorgabe der Regierung, möglichst viel zu testen und verlangt außerdem von den Verantwortlichen die Aufklärung der Geschehnisse: „Wenn die Regierung von “Testen, testen, testen„ redet – wie kann dann so etwas passieren? Die MitarbeiterInnen und die Bevölkerung wurden hier bewusst gefährdet. Ich erwarte mir eine umfassende Aufklärung von Seiten der Verantwortlichen.“

BH weist Vorwürfe zurück

Von Seiten der Bezirkshauptmannschaft erfolgte noch am selben Tag eine schriftliche Reaktion, in der das Vorgehen nicht nur geschildert, sondern auch verteidigt wurde: Nachdem der erste Mitarbeiter Ende März positiv war, habe man die Kontaktpersonen der Kategorie eins, darunter zwei Arbeitskollegen, mündlich und schriftlich abgesondert, wobei die Arbeitskollegen negativ getestet wurden. Trotzdem blieb die 14-tägige Absonderung aufrecht.

Wenige Tage später wurde bei der Frau eines weiteren Mitarbeiters der Virus festgestellt. Dieser Kollege war bereits abgesondert. Nachdem er begann, Symptome zu zeigen, wurde auch er getestet. Das Ergebnis am 1. April fiel positiv aus. Dabei könne aber nicht festgestellt werden, ob sich der Mitarbeiter bei seiner Frau oder den Kollegen angesteckt habe. Daraufhin wurden alle 13 Kollegen, die mit dem Erkrankten Kontakt hatten, mündlich abgesondert. Eine Testung wurde am 2. April veranlasst.

Am 3. April lagen neun positive und vier negative Tests vor, woraufhin alle Mitarbeiter getestet wurden. Aktuell (Stand Montag, 6. April 17 Uhr) wurden von den 37 Mitarbeitern 20 negativ und 15 positiv getestet. Zwei Ergebnisse fehlen noch.

Seither habe man außerdem vor Ort Maßnahmen getroffen und die Räumlichkeiten desinfizieren lassen. Die Mitarbeiter waren dabei bereits alle mündlich abgesondert. Von der Bezirkshauptmannschaft wird auch festgehalten, dass man in ständiger Abstimmung mit der Regionalleitung der Post gewesen sei. Was eine Kontaktaufnahme durch die Gewerkschaft betrifft, sei der Stabsleitung nichts bekannt. Insgesamt habe man den Ablauf nach Vorschrift erledigt worden, heißt es in der Aussendung weiters: „Nachdem beim Auftreten ersten Fall nicht abzusehen war, dass sich die Mitarbeiter, in diesem Ausmaß angesteckt haben, und unmittelbar nach Auftreten des zweiten Falles die beschriebenen Maßnahmen gesetzt wurden, ist der Ablauf nach Vorschrift erledigt worden. Hinsichtlich der infektionsvermeidenden Vorkehrungen seitens des Dienstgebers Österreichische Post AG, gehen wir davon aus, dass die allgemeinen Vorsorgemaßnahmen vom Dienstgeber getroffen wurden.“

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