Vize-Europameister: Para-Schwimmer Onea holt zum Auftakt der EM Silber
DUBLIN. Erster Wettkampftag – erste Medaille: der gebürtige Zwettler Andreas Onea holte sich über 200 Meter Lagen, nach einem spannenden Rennen, den zweiten Platz. Besser konnte die Para-Schwimm-EM in Dublin nicht starten.

Nachdem Andy Onea sich als Vorlaufschnellster fürs Finale qualifizierte, war für eine gute Ausgangssituation im Rennen um die Medaillenränge gesorgt. In einem, vom späteren Sieger Michalentzakis Dimosthenis dominierten Rennen, kam Andreas Onea bei der 150 Meter Wende sogar kurz zur Führung, musste sich aber dann auf der Freistilstrecke um über vier Sekunden deutlich geschlagen geben.
In 2:29,95 schlug der Paraschwimmer in neuer Österreich-Rekordzeit als Zweiter an und sorgte damit für einen gelungenen EM-Auftakt für das aus vier Schwimmern bestehende österreichische Team. Für Onea ist dies bereits die 9. Medaille bei einem Großereignis.
„Ich wusste, dass es ein ganz schweres Rennen wird. Der Druck war enorm. Umso glücklicher bin ich über meine Bestzeit und die Silberne. Ich habe mein Potenzial voll abgerufen und habe mich im Vergleich zum Vorlauf nochmal um gute zwei Sekunden gesteigert. Das war mein bestes Schwimmen heute und das motiviert mich enorm für meine nächsten drei Bewerbe. Vielleicht geht sich noch ein Podiumsplatz aus“, zeigte sich der Heeressportler sichtlich erfreut und zuversichtlich.
Noch drei Bewerbe
Für den Para-Schwimmer stehen in den kommenden Tagen der Europameisterschaft noch drei Bewerbe am Programm:
- Mittwoch, 15. August: 50m Freistil
- Samstag, 18. August: 100m Schmetterling
- Sonntag, 19. August: 100m Brust
Über Andreas Onea
Seit einem Autounfall im Alter von sechs Jahren fehlt Andreas Onea der linke Arm. Kurz darauf beginnt er mit dem Schwimmen als Therapiesport. Sein Hauptantrieb sind seine starken Beine, dadurch kompensiert er seinen fehlenden Arm. Der Trainingsumfang ist allerdings nach eigenen Angaben enorm.
Neben dem Sport widmet sich Onea einem MBA-Studium und moderiert die ORF-Sendungen „Licht ins Dunkel“ und „Ohne Grenzen“.Letztere kenne er ohnehin nicht. „Ich habe noch nie welche gesehen, nur gehört, dass sie in den Köpfen mancher Menschen existieren“, so ein Zitat Oneas.
Er schwimmt für den BSV Weißer Hof und zusätzlich für die Schwimm-Union Wien, wo er zeigt, dass Inklusion von Para-Sportlern im Umfeld von Sportlern ohne Behinderung möglich ist. Im Laufe seiner Karriere gewann er unter anderem acht Silber- und Bronzemedaillen bei Welt- und Europameisterschaften. Bei seiner dritten Paralympics-Teilnahme in Rio 2016 erfüllte er sich mit dem Gewinn von Bronze über 100 Meter Brust den großen Traum einer Paralympics-Medaille.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden