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BEZIRK ZWETTL. 1.287.203 Wahlberechtigte in Niederösterreich, darunter 35.887 aus dem Bezirk Zwettl, hatten am 4. Dezember wieder die Qual der Wahl. Nach einem Jahr Wahlkampf und insgesamt vier Anläufen steht nun der neue Bundespräsident Ale­xander Van der Bellen fest. Eine Odyssee im Rückblick.

Die Wahlurne wurde wieder verstaut, „mal abwarten wann sie das nächste Mal zum Einsatz kommt“, schmunzelt Sprengelwahlleiter Lukas Brandweiner.

In den 97 Wahlsprengeln im Bezirk Zwettl herrschte am Sonntag, 4. Dezember emsiges Treiben. Und die insgesamt rund 1200 Wahlleiter und Beisitzer sowie Stellvertreter und Ersatzbeisitzer und Vertrauenspersonen in unserer Region teilten sich beim Aufsperren „ihrer“ Wahllokale wahrscheinlich allesamt ein- und denselben Gedanken: Hoffentlich ist das heute der letzte Anlauf.

Schon vor der ersten Stichwahl im Oktober gab es im Zuge einer Tips-Umfrage in der ein oder anderen Gemeinde Unmutsäußerungen darüber, dass noch ein Sonntag geopfert werden muss. „Zuerst wurde von verschiedenen Parteienvertretern über die Unwichtigkeit des Amtes diskutiert und dann müssen wir dreimal zur Urne und als Beisitzer tätig sein“, waren als Wortmeldungen zu hören. Gravierende Probleme bei der Besetzung der Wahlbehörden waren aber nicht bekannt.

Wahlsonntag in Wurmbrand

Der Wahlsonntag von Sprengelwahlleiter Lukas Brandweiner begann um sieben Uhr morgens in Wurmbrand mit den Vorbereitungen, pünktlich um acht Uhr wurde die Wahlhandlung eröffnet, die im Ort bis 12 Uhr dauerte. Nach dem Auszählen der Stimmzettel brachte man das Ergebnis nach Groß Gerungs zur Gemeindewahlbehörde. Danach stand – wie in den meisten Gemeinden im Bezirk – ein verdientes Essen am Programm. Um knapp 17 Uhr ging dann ein Seufzer der Erleichterung durch die Region, es dürfte der letzte Anlauf gewesen sein.

Wichtigsten Ergebnisse

79,4 Prozent gaben dieses Mal im Bezirk ihre Stimme ab, eine relativ hohe Wahlbeteiligung, allerdings geringfügig niedriger als beim allerersten Wahldurchgang (80 Prozent). Davon nahmen 2890 die Briefwahl in Anspruch, 3145 Wahlkarten wurden übrigens von den Gemeinden ausgestellt. Ginge es nach dem Ergebnis im Bezirk Zwettl, so wäre der nächste Bundespräsident Norbert Hofer, denn der freiheitliche Kandidat hatte in 22 von 24 Gemeinden im Bezirk die Nase vorne. Dennoch musste er – im Gegensatz zur vorigen Stichwahl – etliche Prozentpunkte hinten lassen und zwei Gemeinden an Van der Bellen abgeben, nämlich Schwarzenau (51,4 Prozent für VdB) und die Stadtgemeinde Zwettl. Hier war das Rennen denkbar knapp, denn VdB liegt nur mit einer Stimme vorne!

Wissenswert und interessant

Im Zuge dieser Wiederholung der Stichwahl waren niederösterreichweit 3527 Personen mehr wahlberechtigt als beim ersten Durchgang. Die Erklärung: Der Stichtag für 16-Jährige wurde von 27. September auf 4. Dezember verlegt. Im Bezirk verzeichnete man hingegen um 60 Wahlberechtigte weniger, teilt die Bezirkshauptmannschaft mit. Am 26. Jänner wird Bundespräsident Van der Bellen angelobt. Durchgeführt wird dies von Bundesratspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann (ÖVP) aus Tirol – vorausgesetzt, die Wahl wird nicht nochmals angefochten. Bis dahin kommt die Präsidentschaftskanzlei in der Hofburg übrigens schon ein halbes Jahr ohne den entsprechenden Amtsträger aus, denn das neue Staatsoberhaupt hätte eigentlich am 8. Juli 2016 angelobt werden sollen. Die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten fällt dieses Mal ins Wasser. Übrigens ist die Funktionsperiode des Bundespräsidenten durch das verlängerte Wahlprozedere nun nicht kürzer, sondern beträgt sechs Jahre ab Angelobung. Damit finden auch künftige Hofburg-Wahlen im Advent statt – es sei denn, ein Amtsinhaber stirbt.


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