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Arbeiterkammer-Bilanz: Außergerichtliche Einigungen als Waldviertler Besonderheit

Katharina Vogl, 24.02.2017 10:04

ZWETTL. Die Arbeiterkammer (AK) zog im Zuge einer Pressekonferenz am 24. Februar Bilanz über das vergangene Jahr. Niederösterreichweit konnten 41,6 Millionen Euro für Beschäftigte geholt werden, in der Bezirksstelle Zwettl waren es insgesamt 174.430 Euro. Darüber hinaus wurde vor allem aufgezeigt, wie wichtig es ist, in jedem Bezirk beratend vor Ort zu sein.

V.l.: Vizepräsident der AK Niederösterreich Michael Fiala mit AK-Leiter von Zwettl, Jürgen Binder
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1003 Beratungen, persönlicher, schriftlicher oder telefonischer Natur wurden 2016 in der Bezirksstelle Zwettl verzeichnet. Fehlende Lohnabrechnungen, unzulässig lange Arbeitszeiten, Zahlungen im Graubereich – das Sorgenkind in der Arbeitsrechtsberatung ist nach wie vor das Gastgewerbe. Das bestätigt Jürgen Binder, Leiter der Arbeiterkammer Zwettl. Er präsentierte einen aktuellen Fall aus dem Bezirk, wo einem Mann – beschäftigt in einem Gastgewerbebetrieb – augenscheinlich sein Trinkgeld unterschlagen wurde. Nachdem sich die Unstimmigkeiten häuften und der Dienstgeber  keine plausiblen Gründe für die nicht-korrekte Abrechnung äußern konnte – folgte die Entlassung. „Wir haben den Fall dem Rechtschutzbüro West der AK Niederösterreich übergeben“, so Binder. Der Dienstnehmer selbst könne sich einen solchen Prozess nie leisten.

Besonderheit Waldviertel: überwiegend außergerichtliche Einigungen

Anknüpfend dazu erläuterte Michael Fiala, Vizepräsident der AK Niederösterreich, dass die Arbeiterkammer vor allem mit Rechtsfällen aus Betrieben konfrontiert ist, wo es keine Betriebsräte gäbe, so auch im Gastgewerbe. Was die Beratungen betrifft, stellt das Waldviertel aber eine Besonderheit dar, denn hier gelinge es noch überwiegend sich außergerichtlich zu einigen, sind sich die einzelnen Bezirksvertreter einig. „Hier kennt halt jeder jeden. Bei uns genügt oft ein Anruf, ein Gespräch zählt noch mehr als jeder Brief“, so Robert Fischer, AK-Leiter von Horn. „Daran sieht man, wie wertvoll es ist in jeder Bezirkshauptstadt mit einer Stelle vor Ort zu sein, von der Zentrale aus wäre vieles nicht so machbar“, so Vizepräsident Fiala stolz.

25 Jahre Rechtsschutz

Der kostenlose Rechtsschutz der AK NÖ feiert heuer sein 25jähriges Jubiläum. Seit der Einführung 1992 konnten mehr als eine Milliarde Euro für mehr als 300.000 AK-Mitglieder erkämpft werden, die sonst nicht oder nur sehr schwer zu ihren Ansprüchen gekommen wären, meint Fiala abschließend. „Damit beseitigt der AK-Rechtsschutz eine große Hürde, die in anderen Ländern viele Arbeitnehmer abschreckt: ihr Recht auch vor Gericht einzuklagen.“

Halbjahresbilanz Arbeiterkammer Zwettl

  • Beratungen gesamt: 1003 (persönlich, schriftlich und telefonisch)
  • Interventionen beim Dienstgeber:  53 Fälle
  • Kostenloser Rechtsschutz: 24 Fälle
  • eingebrachte Entgeltnachzahlungen: 132.762 Euro
  • Insolvenzen: 41.668 Euro (für  vier Arbeitnehmer aus zwei Betrieben)

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