Mittwoch 22. Mai 2024
KW 21


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Haus fertig, Ehe auch: Wie man beim Hausbau Krisen vermeidet

Tips Logo Leserartikel Barbara Danter, 27.03.2017 08:19

Kennt man die Bedürfnisse des anderen nicht, stellt sich Frust ein.     Foto: Wodicka
photo_library Kennt man die Bedürfnisse des anderen nicht, stellt sich Frust ein. Foto: Wodicka

Herbert Reichl aus Ottnang am Hausruck hat einen besonderen Zugang zum Thema Hausbau: Als gelernter Baumeister und Psychologe richtet er seinen Fokus nicht auf finanzielle, technische Aspekte. Er ist Wohnpsychologe und weiß mitunter, was paarpsychologisch in Bauphasen zu beachten ist.

Tips: Warum scheitern Paare bei der Wohntraum-Erfüllung?

Reichl: Wird ein Traum ausgemalt, ist dies aus psychologischer Sicht krisenanfällig, da man Idealbilder in ein Lebensprojekt projiziert. Kann das Projekt die Idealbilder nicht erfüllen, kommt es zu einer Enttäuschung. Oft stellt sich heraus, dass zwei Menschen nicht denselben Traum haben, beim Bauen realisiert man, dass die Vorstellungen auseinander gehen. Die Kombination von Enttäuschung und Überlastung ist schwer zu bewältigen.

Tips: Unterschätzen Paare die Herausforderungen beim Bau?

Reichl: Ja, es wird oft zu spät erkannt, dass Partner unterschiedliche Bedürfnisse haben, die zu spät formuliert wurden. Der Bau bietet enorme Belastungen, Entscheidungen sind zu treffen, die Eigenleistungen sind oft sehr hoch. Das Problem ist, dass diese Herausforderungen zu Baubeginn kaum zu erkennen sind.

„Die Herausforderungen, denen ein Paar gegenübersteht, sind zu Baubeginn kaum zu erkennen“

Tips: Welchen Ratschlag haben Sie nun für junge Bau-Paare?

Reichl: Wesentlich ist, dass die Partner die Wünsche und Bedürfnisse des anderen kennen. Nur so kann das Hausbauen zum gemeinsamen Projekt werden, das beiden gerecht wird. Sobald es beim Hausbau zum Machtkampf kommt, ist ein Scheitern vorprogrammiert. Was ratsam wäre, ist der sogenannte Paardialog. Dabei erzählt jeweils ein Partner was ihm wichtig ist und vor allem auch, warum dies so ist. Es ist entscheidend, dass der Partner versteht welches Bedürfnis hinter einem Wunsch steckt. Wenn man die Möglichkeit hat gemeinsames Wohnen so zu planen, ist dies eine tolle Chance aus zwei Träumen einen Traum zu machen.

Tips: Gibt es eine Erfolgsformel für die Konfliktvermeidung?

Reichl: Wo es Bedürfnisse gibt, da sind auch Konflikte. Sie gehören zum Leben, es wäre kontraproduktiv sie zu vermeiden. Beim Hausbau geht es darum, zu Beginn die Bedürfnisse der Partner genau zu formulieren und sie dann auszutauschen. Denn „Wohnglück“ bedeutet, so leben zu können, wie es der eigenen Person entspricht.<

Mehr Infos zur Wohnpsychologie, zu Herbert Reichl, zu seinen Seminaren und seinem Blog finden sich hier.  

 

 

Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden