Warum Fitnesstraining bei Diabetes hilft

Otto Normal, Leserartikel, 30.11.2016 14:18 Uhr

Die Zuckerkrankheit (Diabetes) ist in der Fachsprache der Sammelbegriff für verschiedene Störungen des Stoffwechsels, deren Befund eine Überzuckerung des Blutes ist. Ursache ist entweder ein Insulinmangel, eine Insulinunempfindlichkeit (Resistenz) oder beides. Je nach Ursache gibt es unterschiedliche Diabetestypen, die jedoch verbindende Gemeinsamkeiten aufweisen:

Diabetes Typ 1

Nach neuestem Forschungsstand ist unter anderem eine genetische Veränderung des kurzen Arms des sechsten Chromosoms verantwortlich. Neben dieser genetischen Veränderung, gibt es mindestens 20 weitere Genveränderungen, die für die Ursache von Typ-1-Diabetes verantwortlich gemacht werden. Dies kann bisher jedoch noch nicht eindeutig bestimmt werden.

 Tips: „Warum tut Fitnesstraining gut?“

Armin Pelz, Fitnesscoach: „Körperliche Bewegung im Fitness-Club steigert das allgemeine Wohlbefinden und das Selbstvertrauen. Außerdem wirkt es sich positiv auf viele Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. So senkt Fitnesstraining beispielsweise hohen Blutdruck und die Blutfettwerte.“

Tips: „Was muss man vor dem Training beachten?

Armin Pelz, Fitnesscoach: „Bei körperlicher Aktivität erhöht sich die Insulinempfindlichkeit der Muskulatur. Wenn die Insulindosis vorher nicht reduziert wurde und/oder nicht ausreichend Zusatz-Kohlenhydrate zugeführt wurden, kann es zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen.“

Diabetes Typ 2

Viele Typ-2-Diabetiker haben jahrelang keine fassbaren Symptome. Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes geht der Typ-2-Diabetes praktisch nie mit einer Gewichtsabnahme und nur selten mit vermehrtem Wasserlassen und Durstgefühl einher. Häufig sind allerdings unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Schwäche, ständiges Hungergefühl, Gewichtszunahme und depressive Verstimmung.

Da diese Symptomatik zu fast jeder anderen Krankheit passt, wird die Diagnose häufig erst nach Jahren durch Zufall gestellt. Typ-2-Diabetes betrifft meist ältere Menschen mit Übergewicht. 

Tips: „Warum tut auch diesen Menschen Fitnesstraining gut?“

Vermehrte körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf den Zuckerhaushalt aus. Denn sie erhöht die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen. Meist produziert die Bauchspeicheldrüse der Patienten noch geringe Mengen an Insulin, weshalb sich die Erkrankung oft allein durch regelmäßige körperliche Bewegung und die richtige Ernährung therapieren lässt. Eine dauerhafte Umstellung auf einen aktiven Lebensstil kann zudem bei Personen mit einer gestörten Glukosetoleranz das Risiko für Typ-2-Diabetes verringern.

Typ-2-Diabetiker, die mit regelmäßiger körperlicher Bewegung beginnen wollen, sollten sich in jedem Fall vorher von einem erfahrenen Diabetologen ausführlich untersuchen und beraten lassen. 

  • Nach einer Ausdauerbelastung kann die Insulinempfindlichkeit noch bis zu 48 Stunden lang erhöht sein („Muskelauffülleffekt“). Reduzieren Sie auch nach Beendigung der körperlichen Aktivität die Insulinzufuhr und bestimmen Sie regelmäßig den Blutzucker.
  • Alle Diabetiker, die längere Zeit keinen Sport getrieben haben, mehr als zehn Jahre unter Diabetes leiden oder über 35 Jahre alt sind, sollten sich vor Beginn des regelmäßigen Trainings von einem Facharzt untersuchen lassen.
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