„Knackpunkt“ Knie – Gelenkstraining dauert länger als Muskeltraining

„Knackpunkt“ Knie – Gelenkstraining dauert länger als Muskeltraining

Susanne Egelseder, MA Susanne Egelseder, MA, Tips Redaktion, 24.06.2018 07:12 Uhr

KIRCHDORF AN DER KREMS. Speziell bei Sportarten, bei denen es zu schnellen Wechselbewegungen und starken Stößen kommt, wie Laufen und Fußball, wird das Kniegelenk besonders stark beansprucht. Um Knieschmerzen vorzubeugen, sollten eine Überlastung oder falsche Belastung vermieden werden.

Das Knie ist das größte Gelenk des Körpers und sehr großen Belastungen ausgesetzt. Seine Stabilität wird durch verschiedene Bänder, das innere und äußere Seitenband sowie dem vorderen und hinteren Kreuzband, gewährleistet. Zwei scheibenförmige „Stoßdämpfer“, der Innen- und der Außenmeniskus, stabilisieren zusätzlich. Um diese Bänder und Sehnen fit für Alltag und Freizeitsport zu machen, bedarf es regelmäßiger Dehnung und Kräftigung von Bein- und Rumpfmuskulatur. Die Schuhe sollten harte Stöße dämpfen und das Gelenk stabilisieren und erst ein umfassendes Aufwärmen bringt die Muskulatur auf Betriebstemperatur.

Sportarten, die zu Schmerzen und Schwellungen führen, vermeiden

Für sportliche Menschen mit leichten Knieproblemen und übergewichtige Personen sind Sportarten, die eine geführte, runde Bewegung aufweisen und wenig Stoßbelastung haben – wie Schwimmen oder Radfahren – ideal. „Sportarten, die zu Schmerzen und Schwellungen führen, sind tunlichst zu vermeiden und die Probleme vom Spezialisten abzuklären“, rät Unfallchirurg und Sportmediziner, Robert Pehn, Leiter der Unfallabteilung am Landes-Krankenhaus Kirchdorf.

Gelenkstraining ist möglich, aber gut dosiert

„Regelmäßig ausgeübter Sport führt nicht nur zu einer Stärkung der Muskulatur, sondern kann auch zu einer Verbesserung der Gelenksstruktur führen, den Knorpel widerstandsfähiger machen sowie Bänder, Sehnen und Knochen kräftigen. Wichtig ist, beim Trainingsaufbau sehr langsam vorzugehen, da diese Strukturen wesentlich langsamer trainierbar sind als die Muskeln. Ein zu schneller Muskelaufbau führt daher zu einer Überlastung der langsamer trainierbaren Gelenke, wie dem Kniegelenk“, warnt der Experte vor übertriebenem Trainingsaufbau und ergänzt: „das Gelenk braucht Zeit, um dieser Belastung gewachsen zu sein. Eine zu schnelle Steigerung der Laufbeanspruchung kann zu zahlreichen Überlastungssyndromen im Kniegelenk führen“. Gefährlich für das Kniegelenk sind auch starke Stöße oder schnelle Richtungswechsel und Stopps, wie beim Fußball oder Tennis.

Training beeinflusst die Gelenksstrukturen positiv

Der Unfallchirurg und Sportmediziner weiß: „Kontinuierliches Training beeinflusst die Gelenksstrukturen positiv. Die Sehnen werden dicker und fester, die Bänder stärker, der Knorpel elastischer und reißfester und der Knochen tragfähiger. Um diese positiven Effekte zu erreichen ist allerdings ein kontinuierlicher und langsamer Sportaufbau nötig“, so der Mediziner. Man kann seiner Meinung nach zwar einen Muskel innerhalb von sechs Monaten von einem Couch-Potatoe-Dasein zu einem City-Martathon trainieren, aber es werde dabei unweigerlich zu Gelenksproblemen kommen, da die Gelenksstruktur in dieser Zeit nicht die nötige Belastbarkeit aufbauen könne.

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