Mercedes GLE 350 de: Einsamer Held

Motor | fahrfreude.cc Motor | fahrfreude.cc, Tips Redaktion, 21.07.2021 22:07 Uhr

Ein Mercedes GLE vereint eine Vielzahl von Stärken unter einem Dach. Als 350 de ist er darüber hinaus der aktuell beste Plug-in-Hybrid am Markt. Für diese Erkenntnis braucht es gar nicht einmal viel. Es reicht ein Blick auf das Datenblatt und ein kurzer Abgleich mit dem, was derzeit an Plug-in-Hybriden angeboten wird.

Über einen Kamm geschoren kann man sagen, ein relativ kleiner Benziner mit noch kleinerem Benzintank und Akkus mit einem Potential von realen 30 – 40 Kilometern ist die bevorzugte und gängigste Kombination. Ein System, das durchaus funktioniert, aber doch seine Grenzen hat.

Genau die sprengt der Mercedes GLE 350 de. Er tut das, in dem er schlicht alles anders macht. Erstens hat er keinen Benziner, zweitens keinen kleinen Tank und drittens schon gar nicht einen Akku mit eingeschränktem Möglichkeiten. Im Schwaben arbeitet ein 194 PS starker Bi-Turbodiesel, der seinen Brennstoff aus einem 65 Liter fassenden Tank ansaugt. Ihm zur Seite steht ein 31,2 kWh fassender Akku, dessen 136 PS final eine Systemleistung von 320 PS ergeben. Eine Kombination, die einzigartig ist am Markt.

31,2 kWh, dass muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Da fehlt nicht mehr viel auf Akkugrößen á la Honda e oder Mazda MX-30. Im bulligen GLE lassen sich gut 90 Kilometer rein elektrisch bewegen, was zur Zeit der mit Abstand beste Wert in der Welt der Plug-in´s ist. Sicher, hier arbeiten zwei in der Herstellung relativ kostspielige Antriebe und der Diesel schließt überdies die staatliche Förderung aus. Doch diese vermeintlichen Nachteile verlieren sich in der genialen Bandbreite des Antriebes.

Neben der elektrischen Reichweite begeistert das Motorenduo mit sonorem Klang und einem mit 700 Newtonmeternunterfütterten brachialen Durchzug. Wie üblich gibt es verschiedene Modi zur Regulierung des Energiehaushaltes, der große Akku erhöht den Spielraum dabei ganz gewaltig in eh alle Richtungen. Anders gesagt, im GLE 350 de muss man sich kaum noch Sorgen über den effizientesten Einsatz der vorhandenen Ressourcen machen. Es ist quasi immer genug von allem da, finale Sorge dafür trägt noch die automatische, vorausschauende Rekuperation und ein Ladepotential von bis zu 60 KW Gleichstrom.

Ein derart ausgewachsener Akku knabbert für normal einiges am Platzangebot weg. Auch hier ist der Benz quasi abnormal, denn fünf Passagiere reisen weiterhin sehr tiefenentspannt. Lediglich der Kofferraum musste Abstriche machen, ist aber mit maximal 1.915 Litern Fassungsvermögen weiterhin von stattlichen Ausmaß. Wichtiger ist sowieso die Benutzerfreundlichkeit, und die ist mit weit aufschwingender Heckklappe und 2:1:2-umlegbaren Fondlehnen ganz wunderbar.

Die Bedienung ist das in Teilen auch, weiterhin ist das mittige Touchpad nicht die beste Lösung. Der große Rest von MBUX über Sprachsteuerung bis Head-up Display ist dafür ein Gedicht, ein wenig einarbeiten muss man sich halt. Das ist nicht weiter schlimm, das Widescreen-Cockpit und feinste Materialien machen den Aufenthalt im Interieur höchst angenehm, wer mutig in Extras investiert, findet sich  überhaupt in einer Wellnessoase wieder. Der Mercedes GLE 350 de 4MATIC startet bei EUR 79.170,00.

  

Echt lässig: Bi-Turbodieselpower + Elektroschmalz. 

Echt stressig: Kann die Bandbreite der Extras werden. 

Echt fett: Teilautonomes Fahren ohne den Nerv zu töten. 

Echt jetzt: Der erste Plug-in-Hybrid, wo der Wegfall der NoVa gerechtfertigt erscheint. 

 

Daten Mercedes GLE 350 de 4MATIC 

Motor: 4-Zylinder Bi-Turbodiesel/E-Motor

Systemleistung: 320 PS

Max. Drehmoment: 700 Nm

Testverbrauch: ca. 7,1 Liter

Vmax: 210 km/h

0 auf 100 km/h: 6,8 Sek

Preis ab EUR 79.170,00

 

by fahrfreude.cc Motorblog

 

Kommentar verfassen

Ford Kuga FHEV: Größter gemeinsamer Nenner

Es war bis jetzt schon schwierig ein Argument gegen den Ford Kuga zu finden. Der Vollhybride FHEV macht das Ganze schon beinahe unmöglich.  Motorisch ist der Kuga extrem breit aufgestellt. Diesel, ...

Mazda3: Mehr und weniger

Keiner beherrscht die hohe Kunst des Weglassens so gut wie Mazda. Der neue Jahrgang des Mazda3 bekommt aber auch etwas dazu.  Die Designsprache Kodo ist ja nun wirklich nichts mehr Neues und im täglichen ...

BMW M8 GC Competition: Bei The Car Loft als Premium Jungwagen

DEM BMW GRAND COUPÉ GELINGT ALS M8 COMPETITION EIN BEEINDRUCKENDER SPAGAT ZWISCHEN SUPERSPORTLER UND EDELGLEITER. JETZT KOMMT ALLES AUF DEN FAHRER AN. DIE SACHE MIT DEM SUPERSPORTLER WIRD WOHL NICHT ...

BMW iX3: Testfahrt nach Venedig

Wenn sich ein sportlich ambitionierter Premiumhersteller der E-Mobilität zuwendet, sind die Erwartungen hoch. Der BMW iX3 erfüllt sie alle. Für Hersteller mit einem klar definierten Image ...

Kia Stonic: Schalten und Walten

Der Kia Stonic wird mit dem neuen Modelljahr seinen Erfolgslauf prolongieren. Dabei bekommt auch das Schaltgetriebe endlich wieder einmal Aufmerksamkeit. Tatsache ist, dass Automatikgetriebe in all ihren ...

Mercedes S 500: In der Ruhe liegt die Macht

In Zeiten automobilen Wildwuchses muss auch eine S-Klasse ihren Platz finden. Die kurze Suche wird am Gipfel der gehobenen Fortbewegung enden. Wirklich großen Wirbel hat die S-Klasse beim Design ...

VW ID.4: Gesetz der Logik

Gerade erst hat sich der VW ID3 am Markt etabliert, da startet VW mit dem ID.4 schon den nächsten Griff nach der vollelektrischen Macht.  Das war zu erwarten. Immerhin sind SUV´s weiterhin ...

Suzuki Across: Die neue Dimensionen

Mit dem Across eröffnen sich für Suzuki-Fans eine Menge neuer Optionen. Und so nebenbei bekommen sie eines der aktuell besten Plug-in-Hybrid SUV´s. Stellen sie sich vor, Ferrari bringt ...