BYD badet weiterhin tief in schwarzen Zahlen und streckt jetzt auch noch die Hand nach unser aller Allerheiligstem aus: Den klassischen Familienkombi.
BYD wirbelte im Vorjahr ordentlich durch den österreichischen Automarkt, manch etablierter Hersteller wurde bei den Marktanteilen schon locker rechts überholt. 2026 wird da durchaus zur Herausforderung, bekanntlich ist die Erfolgskurve zu halten schwieriger als sie zu kreieren. Damit das letztlich gar nicht so spannend wird wie wir hier tun machen die Chinesen vor allem zwei Dinge: Geld in Europa investieren und spannende neue Modell auf den Markt bringen.
BYD ist sich hier auch nicht zu schade quasi regional zu denken, weil global machst du mit einem kompakten Kombi keine Meter. In und rund um Österreich schaut das noch anders aus, regionaler geht im BYD-Universum fast gar nicht, deshalb vorweg schon danke für den Seal 6 DM-i Touring. „DM-i“ steht für Dual Mode Intelligent, also Plug-in-Hybrid, was den BYD von der Grundausrichtung final in das Epizentrum der aktuellen Kundenvorstellungen platziert.
Einmal mehr beeindruckt die Selbstverständlichkeit, mit der BYD die für ein Segment klassischen Vorzüge aus dem Ärmel schüttelt. Als hätten sie ihr Leben lang schon immer nur Kombis gebaut. So glänzt der Seal 6 Touring mit einem 500 bis 1.535 Liter großen und variablen Ladeabteil, Skidurchreiche, niedrige Ladekante, Zusatzfach und elektrische Heckklappe sind weitere Helden des Alltages.
Dabei schickt BYD die Annahme, dass Plug-in-Hybriden ein Kompromiss zwischen Akkutechnik und/oder Platzverhältnissen und Tankvolumen inne wohnt ins Reich der Mythen. Dank Blade-Technologie findet ein 19 kWh großer Akku Platz, gemeinsam mit dem 65 Liter großen Benzintank ist damit eine theoretische Reichweite von 1.350 Kilometern möglich. Tausenddreihundertfünfzig. Da ist auch die mit 6,6 kW Wechsel- und 26 kW Gleichstrom etwas maue Ladeleistung locker zu verschmerzen.
Ungewöhnlich ist das Kräfteverhältnis bei den Motoren. Stolze 197 elektrische Pferde stehen bescheidene 98 Saugbenziner-PS gegenüber, was eine Systemleistung von 212 PS und 300 bzw. 122 Newtonmeter Drehmoment bringt. Spannend ist dabei vor allem das Zusammenspiel der Motoren. Zum Großteil und nicht zuletzt auch der Eingang-Automatik geschuldet fährt sich der Seal 6 wie ein Elektroauto. Der Benziner mischt sich akustisch und kräftemäßig nur unter Volllast ein.
Trotz anständiger Fahrleistungen hat das ganz eindeutig mehr komfortablen als sportlichen Touch. Passt eh, das Fahrwerk ist auch in die Richtung getrimmt. Optisch freilich würde man ihm auch den Sportkombi zutrauen. Das schnörkellose Design und seine beachtliche Länge machen Eindruck, der düstere Touch des Testwagens via schwarzen 18-Zoll Felgen und Obisidan Black-Metallic ist eh optional.
Im Gegensatz zum Großteil der Ausstattung. Wie immer feiert BYD hier ein Fest, Soundsystem, klimatisierte Kunstledersitze, Rundumkamera und vieles mehr ist in der mittleren Stufe „Comfort Lite“ Standard. Auch wie immer: Reduziertes Interieur, großer Touchscreen mit guter Struktur und leichter Bedienung, keine echten Tasten, gute Verarbeitung, viele Ablagen. Und mit 42.500,00 EUR ein echter Kampfpreis.
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Echt lässig: Klassische Kombistärken in neuem Gewand.
Echt stressig: Der übergenaue Aufmerksamkeitsassistent.
Echt fett: Preis-Leistungsverhältnis.
Echt schade: Dass nicht mehr Ladeleistung drin ist.
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Daten BYD Seal 6 DM-i Touring
Motor: 4-Zylinder Benziner/E-Motor
Systemleistung: 212 PS
Maximales Drehmoment: 300/122 Nm
Testverbrauch: ca. 5,1 Liter
Vmax: 180 km/h
0 auf 100 km/h: 8,5 Sek
Preis Testwagen ab EUR 42.500,00
Preis Basismodell ab EUR 36.990,00
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