Toyota setzte zuletzt konsequent auf Emotionen, zum Leidwesen für Klassiker wie den Corolla Cross. Jetzt gibt es für das SUV aber eh eine Auffrischung.

Wir haben ein wenig in unserem Testarchiv geblättert, mal schauen, ob Toyota nur gefühlt oder auch in echt mehr und mehr auf sportliche Features setzt. Und siehe da, wir fanden den Hilux und C-HR als „GR Sport“ und als sowieso unvergessenes High-Light den GR Yaris. Auch der Blick nach vorne verspricht ähnliches. Der kleine Aygo X Hybrid hat sich als „GR Sport“ angekündigt und der überarbeitete bZ4X wird mit 343 PS auch zu neuen Ufern aufbrechen.
Toyota hat sich vom Biedermeier zum Brandstifter gemausert, und weil die Japaner in ihrer Konsequenz unnachahmlich sind, machten sie dabei auch vor ihrem an sich kreuzbraven SUV-Bestseller Corolla Cross nicht halt. Ergo dessen auch unser Testmodell in der ab sofort erhältlichen „GR Sport“ erhältlichen Variante. Als Aufreger hätte dabei schon die Bi-Tone Lackierung in „Emotional Red“ samt Dach in „Night Sky Black“ gereicht, es gibt trotzdem noch schwarze 19-Zoll Felgen, eigens designte Stoßfänger und dezente Tieferlegung obendrauf.
Da tut sich die neue und optisch erschlankte Front schon schwer, am ehesten manifestiert sich der neue Look noch an den scharf geschnittenen LED-Lichtern. Leichter hat es da schon das neue Cockpit, ein 12,3-Zoll großer Digitaltacho und ein 10,5-Zoll großer Touchscreen dominieren das Setting. Rund um die Screens tut sich eine völlig andere, weil zutiefst analoge Welt auf. Das spiegelt sich nicht nur an der puren Anzahl an Tasten wieder, sondern auch an deren Machart, Höhepunkt in dem Fall ganz klar die klobigen Kippschalter für die Sitzheizung.
Das mag nicht ultramodern sein, ist den diversen sterilen Cockpits aus eh schon wissen aber definitiv vorzuziehen. Blinde Bedienung ist im Corolla Cross gelebter Alltag, der damit einhergehende Wohlfühlfaktor nicht genug zu betonen. Zu dem tragen auch die feinen Platzverhältnisse bei. Dazu kommt ein großer und variabler Kofferraum, die Rücksitze lassen sich per Fernentriegelung umlegen, die Rücklehne ist in der Neigung verstellbar.
Als „GR Sport“ ist der Corolla Cross mit der stärkeren der beiden Hybridvarianten zwangsvermählt, nur die Wahl zwischen 2WD und 4WD ist zu treffen. „Stärker“ steht in dem Fall für 180 PS, 190 Newtonmeter und CVT-Getriebe, unser 2WD-Testwagen beschleunigt dabei in 7,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und rennt maximal 180 km/h schnell. Gasbefehle werden gut angenommen, das systemimmanente Aufheulen des Motors wird wohl etwas Eingewöhnung verlangen.
Anders gesagt: Die für ein klassisches Familien-SUV mehr als ausreichenden Fahrleistungen wird man eher selten ausreizen, damit einher geht eh die größte Stärke des Hybrids, wir sagen nur knapp fünf Liter auf 100 Kilometer. Spätestens jetzt wird jedem klar sein, dass „GR Sport“ mehr Schein als Sein ist. Weil auch das Fahrwerk trotz erwähnter Tieferlegung den Focus klar auf den Komfort legt und die Schaltpaddles nur zum Abstauben da sind. Das passt aber eh so.
Unser Test-Corolla Cross startet bei 45.690,00 EUR, neben den sportlichen Features sind auch 2-Zonen Klima, Keyless und Smartphone-Integration serienmäßig.
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Echt lässig: Wie konsequent Toyota den „GR Sport“-Gedanken über alle Modelle ausrollt.
Echt stressig: Die ersten Stunden mit der CVT-Automatik.
Echt fett: Bis zu 10 Jahre bzw. 160.000 Kilometer Garantie.
Echt schade: Matrix-LED nur für Top-Ausstattung „Lounge“ erhältlich.
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Daten Toyota Corolla Cross 2,0 Hybrid 2WD GR Sport
Motor: 4-Zylinder Benziner/E-Motor (Vollhybrid)
Systemleistung: 180 PS
Systemdrehmoment: 190 Nm
Testverbrauch: ca. 5,2 Liter
Vmax: 180 km/h
0 auf 100 km/h: 7,7 Sek
Preis Testwagen ab EUR 45.690,00
Preis Basismodell ab EUR 38.390,00










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