Chakuza: „Magnolia“

Foto: Sony Music
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Jürgen Affenzeller Jürgen Affenzeller, Tips Redaktion, 20.03.2013 11:41 Uhr

Er hat es sich nicht leicht gemacht: Der gebürtige Linzer Rapper Peter Pangerl alias „Chakuza“ hat fast zwei Jahre an seinem brandneuen Album „Magnolia“ gefeilt. Er wollte das beste Stück Musik seiner Karriere abliefern - und dieser Plan ging eindrucksvoll auf.

Nach der Trennung von seinem ehemaligen Label „ersguterjunge“ wurde es still um Chakuza. „Ich wollte im Studio meinen ganz eigenen Sound finden, sonst hätte ich aufgehört“, weiß der Wahl-Berliner, der sichtlich die Schnauze voll hat vom harten Flow und den wüsten Beschimpfungen früher Alben. Viele Songideen wurden im Studio wieder verworfen, aufgehört hat er aber am Ende nicht, ganz im Gegenteil: Auf den 14 neuen Tracks taucht Chakuza tatsächlich in ein für ihn gänzlich neues Sound-Universum ein. Ein Album eines Künstlers, der älter und reifer geworden ist und reinen Tisch macht mit den wilden Jahren und den falschen Freunden im Business. Und nicht zuletzt von einem, der im Plattenregal neben Hip Hop auch noch Platz hat für Künstler wie M83, die Kings of Leon oder Madsen.   Der ruhige Opener und zugleich die erste Single „Ich lauf“ beschäftigt sich mit der Zeit und Linz und den Begleitern, die dort auf dem Weg des Lebens verloren gingen. Bei Tracks wie dem melodiösen „Dieser eine Song“ stößt Chakuza die Tür zum Pop so weit auf wie nie zuvor und auf „Notlandung auf Berlin“ beweist er mit gesanglicher Unterstützung von Sebastian Madsen Mut zur großen Hymne. Und die bisher so ungewohnte Rolle als Ohrwurm-Lieferant funktioniert. Und wie. Auch auf die anstehenden Live-Konzerte dürfen sich Fans schon freuen, wird doch schon auf dem Album ein Großteil der Song-Samples kraftvoll von Live-Instrumenten verstärkt, wie etwa auf dem relaxten „Übers Meer“ zu hören ist. Und immer ist sie als treuer Begleiter in 14 Songs da: die Melodie.  Fazit: „Magnolia“ ist aggressiv,  aber nicht mehr aggro, direkt, aber nicht mehr verletzend. Chakuza legt der Hip-Hop Welt ein homogenes Album vor, das die Latte in der Kopfnicker-Fraktion heuer schon einmal recht hoch legt. Ach ja, eine Bitte noch: Auch weiterhin nicht allzu vorschnell ans Aufhören denken, du hast uns eben erst bewiesen, dass man auch mit 32 Jahren noch frische Tracks abliefern und sich gänzlich neu erfinden kann. Denn wie heißt es im letzten Track: “Drei Jahre ging ich durchs Leben wie ein Schlafwandler. Dann bin ich aufgewacht und entdeckte die Welt neu.„ Wir freuen uns schon auf die nächsten drei Jahre mit dem neuen Chakuza.   Chakuza: “Magnolia„ VÖ: 8.3. 2013 Beste Tracks: Notlandung auf Berlin, Übers Meer, Dieser eine Song, Alles gut; Für Fans von: Casper, Thomas D, Prinz Pi, Gerard; Webhttp://fourmusic.com/kuenstler/chakuza/
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