Donaublicke vom Ciconia-Rundweg

Online  Redaktion Tips Redaktion Online Redaktion, 09.02.2017 14:31 Uhr

Zwischen den herbstbunten Hangwäldern der Donau hindurchschlängelnd, präsentiert sich das Naturwunder Schlögener Schlinge zurzeit von seiner allerschönsten Seite. Die 11,2 km lange Ciconia-Donausteigrunde führt zu den schönsten Aussichtsplatzerln und gibt mit seinen über zwanzig Schautafeln und Erlebnisstationen einen tiefen Einblick in den einzigartigen Naturerlebnisraum der Oberen Donau.

von MICHAEL WASNER

 

Besichtigen sollte man zu Beginn den Startplatz bei der Kapelle (Infotafel mit Streckenfüh-rung des Ciconiaweges, Sage von Burg Schlögen) und gleich dahinter beim Eingang ins Gästehaus das freigelegte Westtor zum ehemaligen Römerkastell Ioviacum (2. bis 5. Jh.). Gegenüber dem Hotel kennzeichnet ein an einem Baumstumpf angebrachter Storch (lat. Ciconia, auch der seltene Schwarzstorch ist in den Schlögener Felskanzeln heimisch) den Einstieg in die Donauleiten. Als Markierung dienen blaue Wegtafeln mit Richtungspfeil und der weißen Inschrift CICONIA WEG, dazu ein Schwarzstorch. 

Auch der steile, steinige Weg hinauf könnte noch aus der Römerzeit stammen. Da kommen die ersten Schautafeln von Pilzen, Farnen und Moosen gerade recht für Verschnaufpausen. Ein Bacherl gesellt sich hinzu. Nach 20 Minuten ist das Ärgste geschafft und ein ebener Weg dreht westwärts hinaus zum „Schlögener Blick“ (440 m – ½ Std.), den wohl bekanntesten Aussichtsplatz im Oberen Donautal. Gut einzusehen ist auch am jenseitigen Donausporn die Burgruine Haichenbach, bekannt auch als „Kerschbaumer Schlössl“, von dem die Donausage zu berichten weiß.

Weitere 10 Minuten sanft ansteigend erreichen wir beim „Roten Kreuz“ (alte Wegkreuzung) die Hochfläche und steuern auf Feldrainen den Häusern von Linetshub zu. Kurz Asphalt, dann schon wieder idyllische Saumwege durch das bäuerliche Kulturland der Donauleiten zu. Dazwischen besteht die Möglichkeit, auf Wanderweg 56 vorzeitig nach Schlögen abzusteigen. Doch das wäre schade, denn schon nach kurzer Zeit sind wir wieder an der Donauleiten mit dem nächsten Aussichtsplatz „ Aublick „ (500 m – 5/4 Std.). Leider schon ziemlich verwachsen , aber immer noch verträumt. 

Der Saumpfad hält nun die Höhe und schlängelt sich zwischen b ewa l d e t e r Lei t en u nd f reiem Bauernland nordwärts zum „Steiner Felsen“ (1 ¾ Std.). Genau genommen sind es deren zwei: Der vorgelagerte „Kleine“ verlangt schon etwas Mut und Trittsicherheit um den Tiefblick zu genießen, während am „Großen“ ein großer, gut abgesicherter Rastplatz mit Infotafeln, Tisch und Bänken zum Donaublick wartet. Direkt am felsdurchsetzten Kamm entlang verläuft die nächste Viertelstunde zum letzten, allein stehenden Aussichtsbankerl, ehe auf einer von 2 Wegvarianten nach Inzell abgestiegen wird. Im kleinen Campingdorf an der Donau laden zwei Gasthöfe zur Einkehr und das St. Nikolauskirchlein zur Besichtigung. Die letzten 4 km des Ciconia-Weges sind auf der kaum befahrenen Uferstraße zurückzulegen, wobei man zumindest im ersten Teil auf den parallel verlaufenden Donau-Treppelweg ausweichen kann.

 

GEHZEIT:

3 ¼ Stunden (reine Gehzeit, dazu sollte aber zumindest eine weitere Stunde für das Lesen der vielen Info-Tafeln eingeplant werden)

ANSTIEGE: ca. 300 m

WEGBESCHAFFENHEIT: sehr gut beschilderter Rundweg, 64 % Naturboden, 36 % Asphalt

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Kommentare

  1. Hoffelner Friedrich
    Hoffelner Friedrich27.10.2018 09:57 Uhr
    Gesamt
    Erlebnis
    Landschaft
    Aussicht

    Sehr schöne Wanderung - Sehr schöne Wanderung super Beschreibung , empfehlenswerte Genuss Tour

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