Am Weg des 20. Jahrhunderts

Evelyn Kasis Tips Redaktion Evelyn Kasis, 11.10.2016 09:03 Uhr

EGGENBURG. Das Krahuletzmuseum in Eggenburg ist der Ausgangspunkt für eine Rundwanderung zu den geheimnisvollen Kogelsteinen mit anschließender Stärkung in der Stoitzendorfer Kellergasse. Viel Geschichte und Geschichten liegen am gemütlichen Weg.

Das Krahuletzmuseum ist einen Besuch wert. Vor oder nach der Wanderung lohnt sich die Besichtigung der Sammlungen, vor allem der erdgeschichtlichen Ausstellung, die aufschlussreiche Informationen auch zu den Kogelsteinen beinhaltet. Informationen finden sich unter www.krahuletzmuseum.at.

Startpunkt der Wanderung ist der Parkplatz vor dem Museum. Der Wegweiser „Stein und Wein“ leitet durch den Luegerring zur Bundesstraße 35, wir überqueren diese und steigen anschließend langsam durch Wald auf den Kalvarienberg. Nach der Eisenbahntrasse halten wir uns links und folgen dem Kapellenweg den Kamm entlang zur Vituskapelle. Am Weg begegnet uns Eggenburger Geschichte, zum Beispiel mit der Kreuzigungsgruppe, die 1688 aufgestellt wurde oder mit der 1670 errichteten Grabkapelle. Von der Vituskapelle aus haben wir einen herrlichen Blick übers Land nach Osten, rechts unten liegt die Ortschaft Grafenberg, linkerhand vor uns sind bereits die Kogelsteine zu sehen. Wir gehen weiter, der Weg führt uns hinunter nach Grafenberg und von dort rüber zu den Naturdenkmälern „Wackelstein“, „Kogelsteine“, „Heidefläche“ und Fehhaube“.

Geheimnisvolle Felsen

Wer auch nur ein wenig fühlig ist, wird schnell die starke Energie bei den Steinen spüren. Ein besonderer Platz, der noch so manches Rätsel in sich trägt. Geologisch ist alles eindeutig. Es handelt sich um die Reste des Variszischen Hochgebirges, steinerne Zeugen aus Granit, an die 300 Millionen Jahre alt. Richtig spannend sind die Theorien von Alfred Kappl, der Kogelsteine und Fehhaube als Bestandteile einer frühgeschichtlichen Sternwarte sieht und in seinem Buch „Das Geheimnis der Feenhaube“ ausführlich beschreibt. Der Platz ist außerdem Lebensraum für spezialisierte Tiere und Pflanzen, unterliegt deshalb dem Naturschutz und dementsprechend rücksichtsvoll und achtsam halten wir uns dort auf.

Grinzing von Eggenburg

Nach der ausgiebigen Besichtigung führt uns der Weg weiter in die bekannte Stoitzendorfer Kellergasse, die wir nach einer knappen halben Stunde erreichen. Hier im „Grinzing von Eggenburg“ dreht sich alles um den gegorenen Traubensaft. Am Ende der Kellergasse nach rechts führt der Weg auf den Stoitzenberg zum Weinhüterkreuz. Es handelt sich dabei um ein Symbol für die Bitte der Weinbauern um günstiges Wetter und Schutz vor Feinden des Weinstockes. Wer eine Rast mit Trubel mag, der ist in der Kellergasse bei Wein und anderen typischen Heurigenspeisen gut aufgehoben. Wer es lieber ruhiger hat, der findet irgendwo zwischen Weingärten und Feldern auch ein ruhiges Platzerl.

Der Rückweg zurück zu den Kogelsteinen entspricht dem Hinweg und nach etwa 30 Minuten sind wir wieder bei den Steingiganten, schlendern daran vorbei, gehen dann aber nicht zurück nach Grafenberg sondern folgen beim „Loamgstettnkreuz“ dem Schild zur „Lehmgstättn“, einem Hohlweg mit Weinkellern, den wir durchqueren. Ein Grenzstein aus dem Jahr 1615 liegt am Weg, das Körer-Kreuz von 1676 und die Muchkapelle, wo der Feldweg auf die Straße trifft. Es geht geradewegs zurück nach Eggenburg hinein, beim Kreisverkehr gehen wir nach links, folgen der Stadtmauer bis zum „Luegerring“, hier nach rechts und wenige Minuten später sind wir wieder beim Ausgangspunkt.

 

von ERICH SCHACHERL

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