Wanderzeit: Zwei fotogene Herbst-Varianten

Claudia Schallauer, , 20.10.2021 08:00 Uhr

ROSENAU AM HENGSTPASS:

Die dritte Jahreszeit hat begonnen und ihre bunte Farbpalette mitgebracht. Eine perfekte Herbst-Wanderung kombiniert sonnige Hänge und Grate mit farbenfrohen waldreichen Aufstiegen. Dazu ein aussichtsreiches Picknick-Platzerl und der Tag in den Bergen ist perfekt.

 

Vorweg: Die Gesamt-Tour mit Kreuzmauer ist anstrengend und erfordert Ausdauer (über 1.300 Höhenmeter), absolute Trittsicherheit und Orientierungssinn. Als Belohnung: Stille, Sonne und ein Traum-Panorama. Der Weg zur Laglalm - als Ziel für alle Genuss-Wanderer - erfreut mit herbstlichem Naturschauspiel und einer sonnigen Lichtung.

 

Wandern im Herbst

Der Herbst ist da, die Morgen sind kühl und der Boden oft noch nass. Auch wir haben aufgrund von rutschiger Erde, Wurzeln und Steinen etwa eine halbe Stunde länger benötigt. Das unbedingt bei der Planung berücksichtigen und im Zwiebellook mit Windjacke und Gilet ausrüsten.

Die ersten zwanzig Minuten genießen wir mit gemütlicher Eingeh-Plauderei, die uns der breit angelegte Schotterweg ermöglicht. Danach folgt das herbstlich-inszenierte Waldstück Richtung Laglalm. Die Bäume haben sich in ihre schönste Kleiderkollektion geworfen und wir wandern im staunenden Schweigen, das nur vom Klick meiner Kamera unterbrochen wird.

 

Über die Laglalm zum Langstein

Nach etwa einer Stunde vom Parkplatz erreichen wir die Laglalm, die idyllisch inmitten zahlreicher Gipfel einen aussichtsreichen Platz für eine Stärkung bietet, als Zwischenstopp zum Energietanken oder als Ziel des heutigen Tages. Diese kürzere Variante mit Picknick auf der sonnigen Lichtung bietet sich als Halbtags-Tour an. Für alle, die weiterwandern wollen: Gut, dass wir durch das Fotografieren unsere Augen geschärft haben, denn nun heißt es, den Sehsinn zu nutzen und das erste Steinmanderl zu entdecken, das den Beginn des weiteren Aufstiegsweges verrät. Die Almhütte im Rücken geht es rechterhand in zwei Stunden zum Scheiblingstein, in weniger als einer zum Mannsberg. Wir halten uns leicht links zur nicht angeschriebenen Kreuzmauer. Etwa 45 Grad von unserem Standpunkt in etwa 30 Meter Entfernung entdecken wir den ersten steinernen Wegweiser, dem seine „Freunde“ in regelmäßigen Abständen folgen. Auch der Wegverlauf ist relativ gut erkennbar – es ist auch nur der erste Waldabschnitt, der besondere Aufmerksamkeit bei der Wegfindung erfordert. Nach einer kleinen Kraxelei über Wurzeln (einer Felswand entlang) folgt der Steilanstieg über Geröll hinauf zum Gipfelkreuz des Langstein auf 1998 Metern. 

 

Und weiter zur Kreuzmauer

Die restliche Wegführung ist eine wunderschöne Gratwanderung, nur für schwindelfreie und tritt- sichere Personen. Unser Ziel, die Kreuzmauer im Blick, rechterhand Scheiblingstein, linkerhand der Hexenturm. Wir gehen dieses Stück in Konzentration und Vorfreude auf unseren Gipfel, den wir etwa zweieinhalb Stunden nach der Laglalm erreichen (mit Fotostopps).

 

 

Tourdetails

 

AUSGANGSPUNKT: Parkplatz „Güterweg Innerrosenau“

GEHZEIT: Zur Laglalm etwa 1 h, zur Kreuzmauer weiter 2 bis 2,5 h (d.h. Gesamttour 4,5 h bis 6 h je nach Verhältnissen)

HÖHENMETER, LÄNGE: Laglalm ca. 450 hm, Kreuzmauer 1.360 hm; Laglalm etwa 5,5 km, Kreuzmauer 10 km

WEGBESCHAFFENHEIT: Schotter- und Waldweg bis zur Laglalm, danach Wald, steilere Geröll- und Wiesenhänge, schmaler Gipfel-Grat

GEEIGNET FüR: Laglalm für Genuss-Wanderer, Kreuzmauer für erfahrene schwin- delfreie Bergwanderer

Gipfelvideo hier: https://www.99erstemale.at/blog/zwei-fotogene-herbst-varianten 

 

 

Claudias Tipp:

Herbstliche Bergfotografie

Wie bei Urlauben gilt auch bei der Wander-Fotografie: Abwechslung verzaubert den Betrachter. Gerade der Herbst bietet ein wahres Spektrum an Motiven, die es gilt, in den unter- schiedlichsten fotografischen Facetten einzufangen. Neben Panorama- und Weitwinkel-Aufnahmen der Landschaft und Personenfotos in Action oder als „Selfie“, lädt uns die Fauna besonders im farbenfrohen Herbst ein, ihr ganz nahe zu kommen. Wer bei seiner (Handy-)Kamera über ein/e Makro- Funktion bzw. -Objektiv verfügt, ist im Vorteil. Ob bunte Blätter mit filigranen Strukturen, feingliedrige Pilzlamellen oder taubehangene Spinnweben – die herbstlichen Details warten darauf, entdeckt und festgehalten zu werden. Auch ein Wechsel der Perspektive lohnt sich. Mal in die Knie, mal ein Blick nach oben in die Baumkronen, dazu Gegenlicht-Silhouetten und von der Sonne gestreifte Porträts. Dadurch wird die Geschichte eines Bergtages so abwechslungsreich erzählt, wie dieser erlebt wurde. Die Begeisterung beim Betrachter (am Handy oder in sozialen Medien) weckt man, wenn eine best-of Auswahl an etwa zehn Fotos präsentiert.

 

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