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In die Hauptstadt der Österreich Ungarischen Monarchie zogen immer mehr Menschen. Das Brennholz aus dem Wiener Wald reichte nicht mehr zu ihrer Versorgung. Die Suche nach Holz brachte den Böhmerwald ins Gespräch, wo ein Forstmann namens Rosenauer die Holzbringung plante und ein Schwemmprojekt dazu erstellte.

Holzeinwerfer und Helfer am Schwemmkanal.
Holzeinwerfer und Helfer am Schwemmkanal.

Seine Pioniertat bestand in der Überwindung der Wasserscheide zwischen Donau und Moldau. Innerhalb von fast einhundertfünfzig Jahren wurden acht Millionen Raummeter Brennholz bis Wien und Budapest auf dem Wasserweg befördert. Um das Jahr 1930 wurde das letzte Mal Brennholz vom Böhmerwald auf dem Kanal, sowie auf der Großen Mühl bis zur Donau geschwemmt. Begonnen hat das Scheiterschwemmen um 1800.

Arbeit für 1000 Menschen

In Untermühl wurden die geschwemmten Scheiter an der Mündung der Mühl in die Donau durch einen Fangrechen aufgefangen, aus dem Fluss geholt und an Land gestapelt. Über 1000 Arbeiter, meist Leute aus Böhmen, waren beim Schwemmen beschäftigt. In Untermühl errichteten sie eine Gemeinschaftsküche, die im Volksmund als „Böhmkuchl“ bezeichnet wurde. Im Zuge des Kraftwerkbaues Aschach wurde dieses Denkmal aus der Schwemmzeit im Juni 1961 abgetragen. Die tausend Beschäftigten kamen im Frühling jeden Jahres, um sich beim Schwemmen Geld zu verdienen. Sie lebten in dieser Zeit in einfachen Holzhütten entlang des Kanals. Verpflegen mussten sie sich selber. Sie kochten in Arbeitspausen Suppen in Kesseln, die sie über ein Feuer hängten. Nur in Untermühl bestand für sie diese Gemeinschaftsküche.

In Wien ging man für das Heizen auf Kohle über. Im Jahr 1930 kam deshalb das endgültige Ende des Scheiterschwemmens, das fast durch hundert Jahre den Bewohnern des Böhmerwaldes Arbeit und Brot gegeben hat.

Verfasser:

Fritz Winkler


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