Biolebensmittel kommen ohne Verpackung und lange Transportwege aus
BEZIRK ROHRBACH. Direktvermarkter aus der Region und Konsumenten, die um nachhaltige Lebensweise bemüht sind, brachte die Permagruppe Böhmerwald beim letzten Stammtisch in der Bioschule zusammen. Denn bei der Permakultur geht es vor allem auch um kurze Wege der Bio-Lebensmittel, wenn möglich ohne Verpackungsaufwand. Passend dazu eröffnet Gabi Lindorfer in wenigen Tagen einen kleinen Bioladen, der ebenfalls ohne Verpackung auskommt.

Weil bei jedem Einkauf auch immer eine Menge Verpackungsmüll, vor allem Plastik im Einkaufskorb landet, ist der offene Verkauf die Devise im neuen Laden von Gabi Lindorfer. Mehl, Nudeln, Öle, Eier, Gewürze, Kräuter, Tees, Nüsse, Agavendicksaft oder frisch gemahlenes Getreide, aber auch Wurst, Käse und andere Milchprodukte - „soweit es möglich ist, kann man sich jede beliebige Menge selbst runterlassen und in Papier oder im Pfandglas mit nach Hause nehmen“, sagt die Haslacherin, die natürlich auch ihre Gabis Genusskistl-Produkte im Geschäft anbietet. Einmal wöchentlich wird es zusätzlich frisches Gemüse geben, geplant sind außerdem Mehlspeisen, die im Glas angeboten werden. Zu finden ist der neue Bioladen in der Rohrbacher Bahnhofstraße, direkt neben dem ReVital-Shop. Eröffnet wird er am Donnerstag, 17. März (ab 10 Uhr).
Einkaufen direkt beim Hersteller
Auch abseits von Bio-Läden gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten für Konsumenten, die auf regionale biologische Produktion setzen. Diese Produzenten mit den Konsumenten zusammen zu bringen, ist das Ziel der Permagruppe, die ein „tragfähiges, krisensicheres Netzwerk aufbauen will, das uns mit echten Nahrungsmitteln versorgt“, sagte Roswitha Diaz Winter. Rindfleisch, Lammfleisch, Dinkelnudeln, Eier, Erdäpfel, Apfelsaft von der Lohnpresserei, Schnäpse, Gewürze, Milch und Milchprodukte oder Biopute werden da über Hofläden oder einfach zum Abholen in kleinen Verkaufsräumen oder direkt vom Kühlschrank vermarktet.
Den Online-Weg geht die Bioregion Mühlviertel. Geschäftsführer Daniel Breitenfellner erklärte näher: „Die Produkte werden direkt vom Produzenten abgeholt und über die Post mittels Lebensmittelbox geliefert. Wer auf biologisch.kaufen bestellt, weiß ganz genau, wo die Lebensmittel erzeugt werden.“ Wie in einem virtuellen Hofladen stellen die Produzenten ihre Erzeugnisse in die Auslage und können so einen breiten Kundenkreis aufbauen.
Solidarische Landwirtschaft
Weitere alternative Wege in der Lebensmittelversorgung stellte Marlene Wolfsteiner von BioAustria vor. Bei der Solidarischen Landwirtschaft versorgt der Landwirt eine bestimmte Anzahl von Haushalten, die dem Produzenten ihre finanzielle Unterstützung zusichern. Das Jahresbudget für den Bauern wird durch alle Haushalte geteilt - und damit auch Chancen auf eine gute Ernte bzw. die Risiken. Bei Food Coops schließen sich Haushalte zusammen und beziehen Lebensmittel direkt vom regionalen Bauernhof. So wie es die Gruppe „8sam“ schon macht: In einem Lagerraum in Iglbach in der Gemeinde Auberg können die Mitglieder (derzeit 23 Haushalte aus Auberg, St. Ulrich und St. Peter) Produkte der 15 Lieferanten einkaufen. Für die Abrechnung liegen Taschenrechner, Zettel und Kugelschreiber bereit. Denn jedes Mitglied zahlt einfach einen Betrag auf das 8sam-Konto ein und kann einkaufen, bis dieser Betrag aufgebraucht ist.


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