Sport und Exoskelett machen Rollifahrer Christoph Stadlbauer wieder mobil

Sport und Exoskelett machen Rollifahrer Christoph Stadlbauer wieder mobil

Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 04.04.2017 08:10 Uhr

AIGEN-SCHLÄGL. Hadern mit dem Schicksal ist nicht seine Sache. Deshalb hat sich Christoph Stadlbauer auch nicht unterkriegen lassen, als ihn ein Verkehrsunfall im Jahr 2004 in den Rollstuhl zwang. Der sportliche Aigen-Schlägler hat mit Sport weitergemacht und nimmt heuer den Handbike-Europacup in Angriff. Außerdem hält ihn das Exoskelett fit.

 

An der Situation ändert das tragbare Gerät, mit dem Christoph Stadlbauer dank motorisierter Hüften und Knien wieder aufrecht stehen und gehen kann, freilich nichts. Er wird immer auf den Rollstuhl angewiesen sein. Aber mit dem Exoskelett kann er zumindest zeitweise wieder „auf Augenhöhe mit anderen kommunizieren“ und es hält ihn gesund. „Wenn man immer sitzt und die Füße in einer Position hat, hilft das Exoskelett, den Kreislauf in Schwung zu bringen. Ich mach das aus gesundheitlichen Gründen, das ist Therapie“, erklärt Stadlbauer, der selbst beim Rehatechnik-Anbieter Re-Mobility beschäftigt ist.

Gehen mit dem Exoskelett ist harte Übung

Das System ist allerdings nicht für jeden Menschen mit Rückenmarksverletzung geeignet: „Fitness, Größe, Gewicht müssen passen, außerdem muss man sich trauen, sich weit genug nach vorne zu neigen. 70 Prozent der Querschnittgelähmten fallen gleich einmal weg“, berichtet er. „Man wird auch nicht einfach reingeschnallt und kann gehen - das ist harte Übung und ein harter Kampf“, ergänzt er. Eine Stunde schafft er, mit dem ReWalk-System auf flachem Gelände zu gehen. Christoph Stadlbauer ist aber überzeugt, dass sich hier noch einiges verändern wird: „In den nächsten drei, vier Jahren wird das Gerät sicher noch kleiner werden und die Software besser. Vielleicht kann man dann auch ohne Krücken gehen“, meint er.

Handbike-Saison startet in Linz

Ehrgeiz, Willenskraft und Selbstüberwindung zeigt der verheiratete Vater von zwei Kindern auch im Sport: Nachdem er alles Mögliche ausprobiert hat, ist er beim Handbiken hängen geblieben. Heuer stehen gleich 17 internationale Rennen auf dem Plan. „Mein Ziel ist es, beim Europacup halbwegs im vorderen Mittelfeld mitfahren zu können.“ Als Einstiegsrennen geht er beim Linz-Marathon am Sonntag an den Start, wo er ab 8 Uhr morgens mit dem Handbike des Weltmeisters und Paralympic-Siegers Walter Ablinger den Halbmarathon in Angriff nimmt. Eine 37er-Zeit ist sein persönliches Ziel.

Olympia ist das Ziel

Fast jeden Tag ist Stadlbauer zu Trainingszwecken entweder an der Donau oder im hügeligen Gelände unterwegs. Schließlich verfolgt er ein ambitioniertes Ziel: Er möchte bei den nächsten paralympischen Spielen im Jahr 2020 in Tokio dabei sein. Und darauf wird intensiv hingearbeitet.

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